Fürst Nikolai Romanow in der Toskana verstorben

Fürst Nikolai Romanow, der älteste Vertreter des Romanow-Geschlechts, ist im Alter von 92 Jahren in der Toskana verstorben.

Fürst Nikolai Romanow war ein direkter Nachfahre Nikolai I und somit ein Vertreter der ältesten männlichen Linie der Romanow-Dynastie. Foto: Reuters

Fürst Nikolai Romanow, der älteste Vertreter des Romanow-Geschlechts, ist im Alter von 92 Jahren in der Toskana verstorben. Dies teilte Dimitri Romanow, der jüngere Bruder des Verstorbenen, der russischen Nachrichtenagentur ITAR-TASS mit. „Es ist ein großer Verlust für uns", erklärte Dimitri Romanow gegenüber der Nachrichtenagentur und merkte an, dass bisher noch nicht geklärt sei, wo der Fürst beigesetzt werden soll.

Fürst Nikolai Romanow war ein direkter Nachfahre Nikolai I und somit ein Vertreter der ältesten männlichen Linie der Romanow-Dynastie. Sein Vater Roman Petrowitsch war Fürst kaiserlichen Blutes und Großcousin sowie Taufpate des letzten russischen Zaren Nikolai II. Seine Mutter Praskowja Dimitriewna war die Tochter des Grafen Dimitri Scheremetew, der ein Kindheitsfreund und Flügeladjutant des letzten Zaren Russlands war.

Nikolai Romanow wurde am 26. September 1922 in Antibes geboren.

Nach dem Umzug der Familie in den Vorkriegsjahren nach Rom besuchte Nikolai Romanow ein klassisches Lyzeum. Wenige Jahre später lehnte der damals 19-Jährige das Angebot der faschistischen Regierung Italiens ab, König des okkupierten Montenegros zu werden. Stattdessen

engagierte sich der junge Fürst ab dem Juli 1944 in Alliiertenorganisationen, die militärische und propagandistische Aktionen gegen die Nationalsozialisten planten und umsetzten.

Im Jänner 1952 heiratete Nikolai Romanow eine italienische Adelige. Aus dieser Ehe entstammen drei Töchter und mittlerweile auch Enkel und Enkelinnen. Eine dieser ist Nicoletta, eine italienische Schauspielerin.

Im Jahre 1989 trat Fürst Nikolai Romanow auf die Entscheidung seiner Nächsten als Oberhaupt der Familie Romanow dafür ein, alle Mitglieder des Romanow-Geschlechts zu vereinen. Dabei setzte er sich dafür ein, dass die in Jekaterinburg ermordete Zarenfamilie eine „würdevoll und historisch korrekte" Beerdigung haben sollte, was der russische Fürst auch erreichte. Im Juli 1998 nahm er an den Trauerfeierlichkeiten anlässlich der Beisetzung der Überreste von Zar Nikolai II. und der Zarenfamilie in der Peter-und-Paul-Kathedrale in St. Petersburg teil.

Eines der Engagements der Romanow-Familie ist ein Wohltätigkeitsfonds, der auf Bitte des Fürsten Nikolai Romanow von seinem jüngeren Bruder Dimitri Romanow in Dänemark geführt wird. Eines der Projekte des Fonds ist die finanzielle Unterstützung von russischen Krankenhäusern und Kindergärten.

 

Dieser Beitrag erschien zuerst bei ITAR-TASS.

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