Erster Präsident der UdSSR Michail Gorbatschow im Krankenhaus

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Der 83-jährige Politiker Michail Gorbatschow musste ungeplant ins Krankenhaus. „Ich hatte in den letzten sieben Tagen einen relativ stabilen Zustand, aber heute bin ich im Krankenhaus. Es gab eine Verschlimmerung. Ich liege unter einem Monitor, komplett mit Kabeln behängt", wird Gorbatschow von der „Russkaja sluschba nowostej" (russ.: „Russischer Nachrichtendienst") zitiert.

Die Ärzte werden die Untersuchungen des ersten Präsidenten der UdSSR noch am Freitag abschließen und wahrscheinlich kann er heute oder in der nächsten Woche bereits seinen üblichen Tätigkeiten nachgehen, sagte der Leiter der Abteilung für internationale Verbindungen und Pressebeziehungen bei der Gorbatschow-Stiftung Pawel Palaschtschenko gegenüber RIA Novosti. „Ich habe gerade mit ihm gesprochen, heute werden die Untersuchungen beendet und in der nächsten Woche oder vielleicht sogar heute wird er zu seinem normalen Arbeitsplan zurückkehren können", sagt Palaschtschenko.

In der Stiftung fügte man auch hinzu, dass Gorbatschow plant, im November nach Deutschland zu fahren, um an Veranstaltungen teilzunehmen, die zum 25. Jahrestag des Mauerfalls stattfinden – wenn sein Gesundheitszustand es erlauben wird.

Wie heute der Politiker selbst gestand, konnte er aufgrund des schlechten Befindens nicht die Nobelwoche mitverfolgen. Gorbatschow selber wurde im Jahre 1990 Nobelpreisträger.

Trotz der Gesundheitsprobleme und des hohen Alters ist Gorbatschow immer noch politisch aktiv. So hatte der ehemalige Präsident die USA vor Kurzem als „größte Seuche" der Welt bezeichnet, als er den Auftritt des Präsidenten der Vereinigten Staaten Barack Obama während der 69. Sitzung der UNO-Generalversammlung kommentierte im Zuge derer dieser erwähnte, dass Russland neben dem Ebolafieber und den islamistischen Terroristen in Syrien und Irak die größte Weltbedrohung darstellt -

„Wir haben nur eine größte Seuche und das ist Amerika mit seinem Anspruch auf Weltherrschaft", sagte der ehemalige Sowjetchef in der Live-Übertragung des „RSN"-Senders- „Das ist nicht einmal ein politischer Dialog, sondern nur Schimpfen. Anstoßen, verletzen, und das Wichtigste – so tun, dass die Probleme in Europa nicht zur Ruhe kommen. Weil sie einen Anspruch auf ein Monopol haben. Die Ukraine und alles andere sind nur Gründe".

Gleichzeitig ist Gorbatschow sicher, dass trotz der Verschärfung der Beziehungen es keinen Kalten Krieg zwischen den Ländern gibt: „Einen Kalten Krieg gibt es nicht, nur dessen Anzeichen. Einen Kalten Krieg brauchen wir nicht. Sowas dauert über Jahrzehnte und es ist schwierig für unsere Bürger", bemerkte er und unterstrich, dass nicht nur ein Kalter Krieg schädlich ist, sondern auch seine Folgen, denn es ist anschließend sehr schwer für die Länder, zu ausgeglichenen Beziehungen miteinander zu finden. „Es ist schwierig, ich erinnere mich noch, ich hatte begonnen, die Beziehungen mit ihnen zu verändern, und für unsere Bürger ist es schwierig, sie hatten gedacht, dass wir keinen Kontakt zu ihnen finden werden, dass man sich nicht auf sie verlassen kann. Aber Amerika ist ein mächtiges Land, und wir müssen gute Beziehungen zueinander haben".

Nach Materialien von Moskowskij komsomoljez und RIA Novosti.

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