Deutsches Ehepaar gibt Russland wertvolle Kulturgüter zurück

Einige der seltensten Museumsstücke, die seit dem Zweiten Weltkrieg als verschollen galten, sind wieder nach Russland zurückgekehrt. Am 20. Oktober übergab das deutsche Ehepaar Jens und Franziska Harmsen aus München eine antike Ikone, zwei filigrane Vasen und ein französischsprachiges Buch aus der Bibliothek von Kaiser Alexander I. an das Museum Zarskoje selo in der Nähe von Sankt Petersburg, wie die russische Nachrichtenagentur Interfax meldete.

Die Kulturgüter befanden sich im Familienbesitz des Ehepaares, seit dessen Vorfahren, zwei Soldaten aus der deutschen Wehrmacht, diese als Geschenke von der Front nach Hause geschickt hatten. Nachdem Familie Harmsen erfuhr, aus welchem Land die Kunstgegenstände stammten, beschlossen sie, sie zurückzugeben. „Wir hoffen, dass dies zur Stärkung der Beziehungen zwischen unseren Völkern beitragen wird und auch andere Eigentümer von kriegsbedingt entwendeten Kulturgütern dazu bewegen wird, diese an Russland zurückzugeben“, sagte Franziska Harmsen.

In jüngster Zeit werden immer häufiger kriegsbedingt verbrachte Güter an Museen zurückgegeben. Im Jahr 2012 erlangte das Museum der russischen Stadt Twer verschollene Gegenstände wieder, die ein deutscher Militärarzt nach der Belagerung der Stadt durch die deutsche Wehrmacht im Jahr 1941 nach Hause geschickt hatte. 2012 gab auch das britische Militär Hunderte Kulturgüter, die während des Afghanischen Bürgerkriegs in den Neunzigerjahren entwendet wurden, an Afghanistan zurück.

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