Euro überschreitet die 100-Rubel-Grenze

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Am Dienstag erreichte der Euro zum ersten Mal die 100-Rubel-Grenze, während der Dollar die 80-Rubel-Marke überschritt. Nach Erreichen dieser Grenzen stoppte das Wachstum der Devisen, berichtet Interfax

„Die Lage ist schwierig und kann mit der schwersten Periode der letzten Krise verglichen werden“, sagte der stellvertretende Chef der russischen Zentralbank, Sergej Schwezow, in Anspielung auf die Finanzkrise im Jahr 2008. Dabei plane die Notenbank nicht, administrative Begrenzungen auf dem Währungsmarkt einzuführen, erklärte die Chefin der Bank, Elvira Nabibullina, gegenüber dem Fernsehsender Rossija-24. Der Rubel sei stark unterbewertet, aber er brauche Zeit, um zu einem ausgeglichenen Wechselkurs zurückzufinden, sagte sie.

So wie der Rubel stürzte auch der russische Aktienmarkt weiter ab, denn die Entscheidung der russischen Zentralbank, den Leitzins von 10,5 auf 17 Prozent zu erhöhen, hatte keine abschreckende Wirkung auf Spekulanten. Der russische Aktienindex RTS stürzte in den Bereich von 600 Punkten ab, der in Rubel kalkulierte MICEX-Index hingegen begann zuzulegen.

Der Preis für ein Barrel Erdöl der Marke Brent sank auf unter 59 US-Dollar und betrug am Nachmittag erstmals seit Mai 2009 58,84 Dollar. Nach Ansicht von Analysten hat der Absturz des Rubel-Kurses damit nichts gemein, denn der Ölpreis falle langsam und auch bei der zuvor benannten Berechnungsformel sei der Rubel zu sehr „überverkauft“. Es gebe daher bereits „panische Aufkäufe des Dollars“, doch gleichzeitig fehle das nötige Angebot der Währung, auch seitens der Zentralbank.

Der russische Ministerpräsident Dmitrij Medwedew kündigte an, am Dienstag eine Beratung zur finanziellen Lage im Land abzuhalten. Nach jüngsten Angaben sind sowohl der Dollar als auch der Euro in Bankfilialen des Autonomen Kreises der Jamal-Nenzen ausgegangen. Da, wo es die Währungen noch zu kaufen gibt, kostet der Euro über 100 Rubel. Die Zeitung „Kommersant“ berichtete darüber hinaus über einen möglichen Kreditstopp der Sberbank für Privatpersonen.

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