Baikalsee-Wasserspiegel um 40 cm gesunken

Foto: Lori/Legion Media

Der Wasserspiegel im Baikal – dem tiefsten See in der Welt, der zugleich als das größte Süßwasserreservoire gilt – ist gegenüber dem Jahr 2013 um 40 cm gesunken.

Laut Juri Safjanow, Minister für Naturressourcen von Burjatien, hat der Wasserspiegel des Sees den Mindeststand seit 60 Jahren erreicht. Ferner sagte der Minister, dass Angler, die im Flussdelta der Selenga zum Eisfischen unterwegs waren, darüber geklagt hätten, dass die Fische verschwunden wären.

Der sinkende Wasserspiegel im Baikalsee, so der Präsident von Burjatien Wjatscheslaw Nagowizyn,

habe dazu geführt, dass die Brunnen in den am Ufer gelegenen Dörfern versandet sind. „Wir sind einem Ausnahmezustand nahe, weil wir kein Wasser haben. Wenn es irgendwo brennt, können die Feuerwehrautos kein Wasser tanken", erklärte er.

Später berichtete die Pressestelle der Regierung von Burjatien, dass die abnorme Versandung durch eine übermäßige Wasserentnahme für das örtliche Wasserkraftwerk verursacht wurde. Die Pressestelle der Aktiengesellschaft Irkutskenergo, der dieses Wasserkraftwerk untersteht, hat diese Meldung bislang nicht kommentiert, berichtet die Zeitung Kommersant. In seinem Interview für Kommersant sagte Wladimir Blagow, Leiter der Verwaltung des Jenissej-Wasserbeckens, dass der Wasserspiegel des Baikalsees bereits im Herbst wegen eines „extrem geringen Zuflusses" nahezu auf dem niedrigsten Stand lag, seitdem auf dem See Beobachtungen vorgenommen werden.

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