Russland will Rheinmetall wegen Vertragsbruch mit 100 Mio. Euro bestrafen

Russland hat erneut ihre Sanktionen gegen Deutschland verkündet, weil Rheinmetall seine Vertragsverpflichtungen nicht eingehalten hat. Das deutsche Unternehmen sollte nämlich ein Militärübungszentrum im Gebiet Nizhnij Nowgorod mit Russen zusammen errichten. Da das Projekt im Sommer 2014 wegen EU-Sanktionen einseitig eingefroren wurde, erhob nun Russland ihren Anspruch auf 100 Mio. Euro Geldstrafe, so die Wirtschaftszeitung Wedomosti.

Russland und Deutschland bauten zusammen ein Zentrum für Wehrausbildung in Mulino nahe Nizhnij Nowgorod auf, für das Rheinmetall moderne Laser-Schuß-Simulatoren lieferte. Das Zentrum sei schließlich durch russische Unternehmen fertig gebaut worden, so der erste stellvertretende Verteidigungsminister Russlands Arkadij Bachin. Seinen Worten zufolge sollte die entsprechende Klage bei Gericht bereits eingereicht worden sein.  

Das Militärzentrum Mulino wird zum ersten Zentrum für Wehrausbildung in Russland. Bis Ende 2018 sollen solche Zentren in jedem Militärbezirk Russlands entstehen, so RIA Novosti. In Mulino werden bis zu 30 000 Wehrdienstleistenden ausgebildet. Dabei werden sie sich mit IT-Technologien, Simulatoren verschiedener Art sowie mit modernen Übungsgeräten auseinandersetzen.