Kinderadoption noch für ein EU-Land möglich, in dem die Homo-Ehen legalisiert sind

In einem Sonderabkommen garantiert Spanien, die russischen Waisenkinder von heterosexuellen Familien adoptieren zu lassen. Foto: TASS

Ende Februar hat russische Staatsduma ein Abkommen mit Madrid ratifiziert, laut dem russische Waisenkinder in diesem Land adoptiert werden dürfen. Damit gilt Spanien als dritter EU-Staat, in dem die Homo-Ehen zwar legalisiert worden sind, aber die Kinderadoption nicht stören. 

In diesem Sonderabkommen garantiert Spanien, die russischen Waisenkinder von heterosexuellen Familien adoptieren zu lassen. Früher hat Russland ähnliche Verträge mit Italien und Frankreich unterzeichnet. 

Der Entwurf dieses Abkommens wurde bereits 2009 vorbereitet. Weitere Verhandlungen hat das Adoptionsverbot für die US-Bürger gestört, das 2013, nachdem in den USA ein russisches Adoptivkind Dima Jakowlew ums Leben kam, in Kraft getreten ist. 

Im Februar 2014 haben die russischen Duma-Abgeordneten wichtige Änderungen im Familienrecht vorbereitet. Ihnen zufolge lässt Russland die Länder, in denen Homo-Ehen anerkannt werden, ihre Waiseinkinder nur in dem Fall adoptieren, wenn ein entsprechendes Abkommen ratifiziert ist. Das war genau bei Spanien der Fall. Als nächste potentielle Adoptionsländer stehen Israel, Irland, Slowenien, Neuseeland, Zyprus und Malta auf der Warteliste. 

Ob die Regelung auch Deutschland betrifft, ist bisher unklar, da die Homo-Ehe in der Bundesrepublik zwar legalisiert ist, aber solche Paare noch kein Adoptionsrecht besitzen. Offiziell ist Adoption der russischen Kinder für Personen, die Lebenspartnerschaft mit den Partnern des gleichen Geschlechts führen, nicht verboten, aber das Familiengesetz enthält eine wichtige Anmerkung, laut das das Gericht solche Tatsache unter anderem berücksichtigen kann. 

 

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