Russische Forscher haben neue Löcher auf Jamal entdeckt

Foto: Wladimir Puschkarjow / TASS

Vor kurzem haben neue Löcher auf der sibirischen Halbinsel Jamal im Internet wieder für große Aufregung gesorgt. Es seien mehrere von ihnen 2015 entstanden, so die Gerüchte. Russische Forscher haben jedoch bestätigt, nur zwei von ihnen gesehen zu haben. 

Die neuen Löcher sind 10 km vom Ort entfernt, wo die ersten Löcher im Sommer 2014 gefunden wurden, entdeckt. Nämlich in der Nähe von Bowanenkowo, einem der größten Erdgaslagerstätten Russlands.

Sie sollten sich jedenfalls von den alten der Struktur des Bodens nach unterscheiden, so die Forscher. "Anhand der aktuellen Aufnahme kann man zumindest feststellen, dass eines von der beiden zur Hälfte mit Wasser gefüllt ist", sagt Marina Leibman, promovierte Geologin und Mineralogin am Geokryosphären-Institut in der sibirischen Abteilung der Russischen Akademie der Wissenschaften. Die Permafrost-Forscherin war dabei, als den Boden der ersten Löcher untersucht wurde. 

Die Hauptversion lautet, die Löcher von Jamal seien dadurch entstanden, dass das Treibhausgas im Permafrostboden unter hohem Druck explodiert und ein Stück Boden herausgeworfen hat. Dabei war es eine kalte Gasexplosion, denn der Boden  rund um das Loch enthält keine Verbrennungsspuren. Da der Permafrostboden in dieser Region nicht komplett aufgelöst ist, gehen Forscher daraus, dass in der Zukunft weitere Trichter auf dem Festland in Sibirien gebildet werden können.

 

Rätselhafte Löcher in Sibirien: Vorboten des Klimawandels?


Alle Rechte vorbehalten. Rossijskaja Gaseta, Moskau, Russland