Russische Ermittlungsbehörde: Nemzow könnte zum Märtyrer werden

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Die russische Ermittlungsbehörde erklärte in einer offiziellen Mitteilung, dass sie verschiedene Versionen zum Mord des Kreml-Kritikers Boris Nemzow prüfe, berichtet die Nachrichtenagentur RIA Novosti. Demnach könne der Mord als gezielte Provokation zur Destabilisierung der Situation in Russland geplant gewesen sein. Es gebe Menschen, die zur Erreichung ihrer politischen Ziele auf

keine Mittel verzichten würden, heißt es zur Begründung. Nemzow wäre in diesem Fall ein Märtyrer, so die Ermittlungsbehörde.

Eine andere Version verfolgt eine islamistisch-extremistische Spur. Nemzow hätte Morddrohungen wegen seiner Position hinsichllich der Ermordung der Journalisten von "Charlie Hebdo" erhalten, sagte der offizielle Sprecher der Ermittlungsbehörde Wladimir Markin gegenüber der Nachrichtenagentur Interfax. Zudem schließt Markin auch die Möglichkeit einer Spur in die Ukraine sowie persönliche Motive für die Ermordung nicht aus.

Der 55-jährige Oppositionelle Boris Nemzow wurde am Freitagabend nahe des Kremls in Moskau erschossen.

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