AHK-Russland-Konferenz: Krise erfordert Wirtschaftsdiplomatie

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Russlands Botschafter Wladimir Grinin forderte am Freitag auf der 3. Russland-Konferenz „Markt. Modernisierung. Mittelstand." in Berlin zu Wirtschaftsdiplomatie in einer politisch schwierigen Situation auf. Die Deutsch-Russische Auslandshandelskammer hatte in Zusammenarbeit mit dem Handels- und Wirtschaftsbüro der russischen Botschaft ins Haus der Deutschen Wirtschaft eingeladen.

In seiner Ansprache analysierte der russische Botschafter die komplizierten politischen und wirtschaftlichen Umstände, wie sie sich für Russland und die bilateralen Wirtschaftsbeziehungen mit Deutschland darstellen. Grinin erklärte: „Die Sanktionen und die von den „Mainstreammedien" verbreiteten Auffassungen erfordern von den Unternehmern im Russlandgeschäft Tapferkeit und

Risikobereitschaft." Jetzt sei Wirtschaftsdiplomatie gefragt. Ein freier Meinungsaustausch werde helfen, zur Lösung der Vertrauens- und Kooperationskrise beizutragen. Grinin betonte, dass Europa ein natürlicher und zukunftsfähiger Partner für Russland bleibe. Deutschland solle dabei eine Schlüsselrolle spielen. Den anwesenden deutschen Unternehmern versicherte der Botschafter eine offene und nachhaltige Investitionspolitik seines Landes.

Die Vertreter der deutschen Wirtschaft betonten in ihren Beiträgen, dass Europa keine erfolgreiche Zukunft ohne oder gar gegen Russland habe. Eine „Massenflucht" deutscher Unternehmen aus Russland gebe es nicht, über 6 000 Unternehmen seien mit deutschem Kapital vor Ort aktiv. Das Projekt der Wirtschaftsmodernisierung Russlands müsse wiederbelebt werden, forderten die Unternehmer. Ziel Russlands müsse es sein, eine Wirtschaft mit dauerhaftem Wachstum zu werden.

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