Russische Biathletin Jekaterina Jurlowa bringt das erste WM-Gold nach 6 Jahren nach Hause

V.l.n.r.: Gabriela Soukalová (Tschechien), Jekaterina Jurlowa (Russland) und Kaisa Mäkäräinen (Finnland) während der Verleihungszeremonie nach dem 15km-Einzelrennen in Kontiolahti. Foto: AP

Am 11. März gewann die Biathletin Ekaterina Jurlowa das Einzelrennen über 15 Kilometer bei der Weltmeisterschaft im finnischen Kontiolahti.

Die 30-jährige gebürtige Petersburgerin reiste als Ersatzläuferin zur Weltmeisterschaft. Nach dem erfolglosen Abschneiden der russischen Mannschaft im Sprint und in der Verfolgung beschloss der Trainerstab jedoch, Jurlowa ins Rennen zu schicken.

Der Sieg Jurlowas ist eine Sensation. Experten hatten sie nicht als Anwärterin auf einen der vorderen

Plätze gesehen. Vor dem Rennen hatte im Wettbüro William Hill niemand auf ihren Sieg gesetzt.

Ekaterina Jurlowa hatte nicht an den Olympischen Winterspielen in Sotschi teilgenommen, da sie vom damaligen deutschen Trainer Wolfgang Pichler nicht für den Kader nominiert worden war. Nach eigenen Angaben hatte sie Ende 2014 darüber nachgedacht, ihre Karriere zu beenden, war jedoch von ihrem Vater dazu überredet worden, noch bei einigen Rennen an den Start zu gehen.

Die stellvertretende Cheftrainerin der russischen Nationalmannschaft, die aus der jüngsten Vergangenheit bekannte Biathletin Olga Saizewa, sagte, dass Jurlowa verdient gewonnen habe. „Ich freue mich sehr für Katja, gibt die Nachrichtenagentur „R-Sport" Saizewa wieder. „Sie hat das erreicht, was jeder Sportler und jede Sportlerin möchte. Das ist ein glücklicher Tag für unser Land und unsere Mannschaft."

Neben Biathlon liebt Jurlowa die Poesie. Im Jahr 2011 erschien in Russland ein Sammelband ihrer Gedichte. Die Präsentation ihres Buches fand in einem der größten Buchläden in Moskau statt.

Die russischen Biathleten hatten seit 2009 keine Goldmedaillen mehr bei Weltmeisterschaften gewonnen.

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