Oper von Sergej Prokofjew aus den Kriegszeiten wurde nach Archivzeugnissen rekonstruiert

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Die Spezialisten des Theaters für Oper und Ballett in der Region Primorje haben die erste Version der letzten Oper von Sergej Prokofjew rekonstruiert. "Die Geschichte vom wahren Menschen" wurde 1948 nach dem Vorschlag des Kulturministeriums verfasst. Dem Libretto liegt die gleichnamige Erzählung vom realen Jagdflieger, Helden der Sowjetunion Alexej Maresjew zugrunde. Er hat im Zweiten Weltkrieg beide Beine verloren, aber ist wieder an die Front zurückgekehrt. 

Nach der geschlossenen Uraufführung im Jahre 1948 wurde die Oper aus ideologischen Gründen verboten, denn laut der offiziellen Erklärung sei in der Aufführung die Rolle der Partei im Kampf gegen Faschismus nicht gut genug angegangen worden. 1960 wurde ein zweiter Versuch unternommen, die Oper in Bolschoj Theater aufzuführen, aber das Libretto musste umfassend umgeschrieben und einige Szenen komplett herausgenommen werden. Erst danach durfte sie auf die Bühne. 

Um die erste Version der Oper zu rekonstruieren, haben die Mitarbeiter des Theaters in Primorje die Partituren der beiden Aufführungen sowie Entwürfe von Prokofjew und andere Materialien aus den staatlichen Archiven und den von Bolschoj miteinander verglichen. 

Die Oper wird am 7.Mai auf dem Festival "Auf Friedenswacht" vorgeführt. Sie wird vom Regisseur aus Sankt Petersburg vorgestellt, der sich bereits durch Aufführungen anderer Opern von Prokofjew und der von Schostakowitsch in Mariinskij-Theater bekannt gemacht hat. 

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