Raiffeisenbank schließt einen Teil ihres Russland-Geschäfts

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Die österreichische Raiffeisenbank wird ab dem 25. März in Russland die Ausgabe neuer Automobilkredite und die Refinanzierung der alten stoppen. Außerdem plant die Bank bis zum 30. Oktober 2015, ihre Filialen in 15 russischen Städten zu schließen.

Noch zu Beginn dieses Jahres sprach die Gruppe über die Optimierung des Geschäfts. Am Mittwoch in einem Interview an die interne Raiffeisen-Zeitung sprach der Vorstandsvorsitzende der Raiffeisenbank International, Karl Sevelda, darüber, dass Russland kein vorrangiger Markt für die Bank mehr sei. Nach Abschluss des Jahres 2014 betrug der Gewinn der Bank in Russland aufgrund des Rubel-Verfalls unter 100 Mio. Euro.

Für 2015 erwarte die Gruppe ein wesentliches Absinken der Erträge aus dem Russland-Geschäft, sagte der Finanzdirektor der Gruppe, Martin Grüll. Seinen Worten nach hat der Fall bereits 29% betragen. 

Lange Zeit war Russland die einzige Region der Raiffeisenbank, in der Kredite für Automobilkäufe vergeben wurden. „Leider demonstriert dieses Segment heute eine schlechtere Dynamik als der Markt

generell", sagte der Vize-Vorstandsvorsitzende und Direktionsleiter für Betreuung von Privatpersonen und Kleinunternehmen der Raiffeisenbank, Andrej Stepanenko. Die Bank muss seinen Worten nach  „hocherträglich bleiben, trotz der wirtschaftlichen Situation."

Die Raiffeisenbank wird ihre Kräfte auf Kreditkarten, Hypotheken, Verbraucherkredite und passive Produkte (Deposits) fokussieren. 

Nach Aussage von Natalja Beresina, Analytikerin der „Uralsib Capital", steht das Segment der Automobilfinanzierung bereits seit dem letzten Jahr „unter Druck". In diesem Jahr hätten sich die Werte nur noch

verschlechtert. „Die Raiffeisenbank ist bei Weitem nicht die einzige Bank, die in Russland die Kreditvergabe für Automobilkäufe aufgeben will. Es ist durchaus möglich, dass ähnliche Schritte von anderer
Seite noch folgen werden", sagte die Analytikerin in einem Interview mit Gazeta.ru.