Ausbleibende Orden für Tausende sowjetische Soldaten sind jetzt im Internet zu finden

Wasilij Maslenkow (in der Mitte). Foto aus dem persönlichen Archiv

Mehr als 150 Briefe konnte der sowjetische Landlehrer, Wasilij Maslenkow, an seine Familie aus dem Krieg schicken. Er selbst kehrte zu seiner Frau und seiner Tochter nie mehr zurück – im August 1943 starb er bei Smolensk (400 km von Moskau). Aber erst 2015 erfuhr Tamara Maslenkowa, die in die Fußstapfen ihres Vaters getreten ist, dass ihm post mortem der Orden des Vaterländischen Krieges II Grades verliehen wurde. Möglich wurde dies dank der besonderen Online-Datenbank „Swjosdy Pobedy" (russisch für „Siegessterne"), die dank der Unterstützung des russischen Verteidigungsministeriums über die Homepage der Zeitung „Rossijskaja Gaseta" (in Russisch) zugänglich ist. Hier ist der direkte Link zur Datenbank

In den nahezu vier Jahren des Großen Vaterländischen Krieges, von 1941-1945, wurden insgesamt 38 Millionen Orden und Auszeichnungen an Rotarmisten verliehen. Viel zu oft konnte der Ehrenträger seine Medaille leider nicht erhalten. Jetzt haben die Veteranen und ihre Angehörigen die Möglichkeit, mehr über ausbleibende Auszeichnungen zu erfahren.

In den Briefen an seine Frau schreibt Wasilij Maslenkow: „Meine Liebe! Bald sind es elf Monate, dass wir uns nicht gesehen haben. Ich weiß noch genau, dass wir uns nicht mal für einige Stunden trennen

wollten, von Tagen ganz zu schweigen". Heute lebt die Erinnerung an ihn in seinen Briefen und in den Fotos aus der Vorkriegszeit weiter.

70 Jahre nach Kriegsende sind seine Beteiligten und ihre Nachfahren über die ganze Welt verstreut. Die RBTH-Redaktion hofft, dass dieses Projekt für sie nützlich und interessant sein wird. Wenn Sie russische Freunde haben, die in ihrem Land leben, oder Sie selbst sind Auswanderer oder ihr Nachfahre und wissen, dass ihr Vater, ihre Mutter, ihre Großeltern 1941-1945 gekämpft haben, besuchen sie die Internetseite und schauen Sie nach, ob Ihre Vorfahren nicht auch unter denen sind, denen die verdiente Auszeichnung verliehen wurde.

RBTH wird über Veteranen berichten, die mithilfe der Online-Datenbank gefunden werden konnten. Schreiben Sie uns an redaktion@rbth.com, wenn Sie uns etwas erzählen möchten.

Dank unserer Leser konnten Familien gefunden und die Geschichten einiger Frauen in Erfahrung gebracht werden, die in der Datenbank gespeichert sind. Sie sind nur fünf von insgesamt 8200 Einträgen.

Juristisch darf nur derjenige die Auszeichnung erhalten, an den sie verliehen wurde. Wenn er gefallen, verschollen oder schon nach dem Krieg gestorben ist, die ausstehende Auszeichnung allerdings jetzt erst entdeckt wurde, können seine Hinterbliebenen (Kinder, Witwe/Witwer) eine Urkunde zur Auszeichnung erhalten, bei Vorlage entsprechender Dokumente.

Doch auch wenn Ihr Angehöriger in der Datenbank nicht zu finden sein wird, ist der Tag des Sieges 70 Jahre nach dem Krieg ein guter Anlass, um sich an die Heldentaten unserer Vorfahren zu erinnern, den Veteranen des Großen Vaterländischen Krieges und des Zweiten Weltkrieges weltweit zu beglückwünschen und anderen Familien zu helfen, mehr über ihre Helden zu erfahren.

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