Eremitage-Filiale soll 2022 in Moskau eröffnet werden

Der renommierte Architekt Hani Rashid soll bis 2022 in der russischen Hauptstadt eine Filiale der Eremitage eröffnen.

Der renommierte Architekt Hani Rashid soll bis 2022 in der russischen Hauptstadt eine Filiale der Eremitage eröffnen.

Pressebild
Ein renommiertes kanadisches Architekturbüro hat in Moskau den Plan für eine neue Eremitage-Filiale vorgestellt. Das vom Konstruktivismus inspirierte Gebäude soll ein Zentrum für moderne Kunst werden.

Der renommierte kanadische Architekt Hani Rashid und sein Architekturbüro Asymptote haben in Moskau ihr Projekt für die Realisierung einer Filiale der berühmten Eremitage vorgestellt. Das sogenannte Offene Museumszentrum Eremitage soll bis 2022 in der russischen Hauptstadt eröffnet werden.

Das neue Museumszentrum wird zur Wohnsiedlung Silart gehören, die auf dem Gelände des ehemaligen SIL-Werks (Lichatschow-Werk) entstehen soll. 1916 wurden hier Lastwagen produziert. Die historische Bausubstanz soll dabei teilweise bewahrt werden. Neben der Wohnsiedlung und dem Eremitage-Zentrum ist auch der Bau eines Theater- und Konzerthauses auf dem Gelände geplant.    

Hani Rashid hat mit seinem Büro bereits mit dem Sankt Petersburger Museum am Projekt „Eremitage-Guggenheim“ zusammengearbeitet. Rashid habe sich für das neue Gebäude von dem russischen Konstruktivismus der zwanziger Jahre inspirieren lassen, aber auch von den modernistischen amerikanischen und sowjetischen Pavillons der berühmten Expo 1967 in Montreal und von neuen Technologien, erzählte der Architekt.

Dem Plan zufolge wird das fünfstöckige Gebäude aus aufeinandergestapelten Blöcken unterschiedlicher Höhe bestehen. „Der Aufbau wird völlig unterschiedlich sein. Es wird einen Saal mit 45 Meter hohen Decken geben, so wie in der Turbinenhalle der Tate Modern in London“, erläuterte Rashid. „Wir wollen einen Spielraum für Experimente lassen, für große Installationen und Plastiken. Es wird Transformer-Hallen geben für die Kunst der Zukunft und auf dem Dach einen Garten für Plastiken.“   

Der Fokus des Museums soll auf moderner Kunst liegen, wie der Kurator und Leiter des Projekts „Eremitage 20/21“, Dmitri Oserkow, erklärte: „Moskau ist nicht so konservativ wie Sankt Petersburg, hier ist man an moderne Kunst gewöhnt und akzeptiert sie auf entsprechendem Niveau.“ Die Eremitage habe bereits langjährige Erfahrung mit solchen Ausstellungen: „von der Retrospektive Antoney Gormley, Anish Kapoor, Louise Bourgeois, Zaha Mohammad Hadid bis zu der Manifesta-Biennale letztes Jahr“.

Oserkow kündigte bereits eine Ausstellung zu Impressionisten und Post-Impressionisten sowie weiterer Werke aus der Eremitage-Sammlung und eine Ausstellung moderner Künstler aus Sankt Petersburg an, die ihre eigene Galerie erhalten sollen.

Kunstschätze und Katzenhaar: Samtpfoten in der Eremitage

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