Entdeckung: Wissenschaftler finden Inhalt eines Fabergé-Eis

Die von Fabergé gefertigten Ostereier gelten als Rarität bei Auktionen. Sie erzielen Preise von bis zu 18,5 Millionen US-Dollar.

Die von Fabergé gefertigten Ostereier gelten als Rarität bei Auktionen. Sie erzielen Preise von bis zu 18,5 Millionen US-Dollar.

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Untersuchungen haben bewiesen: In der British Royal Collection wurde der lange Zeit verlorengeglaubte Inhalt eines Eis der Fabergé-Osterserie entdeckt. Der Fund gilt als Sensation.

Lange Zeit galt die Überraschung aus dem achten Ei der imperialen Fabergé-Osterserie als verschollen. Nun wurde sie zufällig von Wissenschaftlern während der Vorbereitung des neuen Katalogs für die British Royal Collection, der Kunstsammlung der britischen Königsfamilie, entdeckt. Die zu dem Ei gehörende Überraschung war ein kleiner, aufziehbarer Elefant. Dies gab Caroline de Guitaud, Chefkuratorin der British Royal Collection, auf einer wissenschaftlichen Konferenz im Fabergé-Museum von Sankt Petersburg bekannt.

Das achte Ei der imperialen Serie „Diamantennetz“ war von Alexander III. als Geschenk für seine Gattin Kaiserin Maria Fjodorowna von Russland zu Ostern 1892 in Auftrag gegeben worden. Die Eischale war aus einem halbtransparenten Stein apfelgrüner Farbe geschnitten worden. In den Stein wurden zusätzlich Brillanten eingesetzt. Ursprünglich hatte das Ei einen mit engelsgleichen Figuren verzierten silbernen oder goldenen Fuß. Es wird angenommen, dass die Figuren die drei Söhne des Zarenpaares – Nikolai, Michail und Georg – symbolisieren sollten. Ebenso ist bekannt, dass sich im Inneren des Eis eine Überraschung verbarg: der kleine aufziehbare Elefant. Dessen Beschreibung war in den Büchern des Hauses Fabergé zu finden gewesen und wurde ins Englische übersetzt. Nach der Revolution 1917 wurde das Ei konfisziert und wenige Jahre später ins Ausland verkauft, wo es nach mehreren Stationen in verschiedenen privaten Sammlungen schließlich in der Kollektion der Familie McFerrin in den USA landete. Der aufziehbare Elefant sei dabei allerdings verloren gegangen, hieß es.

Der nun gefundene Elefant konnte dem Ei zunächst nicht zweifelsfrei zugeordnet werden. Deshalb entschlossen sich die Restauratoren, die Figur in ihre Einzelteile zu zerlegen.

„Bei dem Elefanten war ein Fragment des Turmaufsatzes abgebrochen“, sagt Guitaud. „Offenbar ist dieses einfach abgefallen, weil das Metall gealtert war. Dadurch gab es nun die Möglichkeit, einen Blick in das Postament der Figur zu werfen. Als wir den oberen Teil des Turmes abnahmen, blieb mir fast das Herz stehen: Wir fanden das Prägesiegel von Fabergé. Somit hatten wir einen Beweis für die Authentizität des Stückes gefunden.“

Eine Frage bleibt aber offen: Wie konnte die Figur in die Sammlung der British Royal Collection gelangen? Eine mögliche Erklärung wäre ein Erwerb des Stückes durch König Georg V. im Jahr 1935.

Die von Fabergé gefertigten Ostereier gelten als Rarität bei Auktionen. Sie erzielen Preise von bis zu 18,5 Millionen US-Dollar. Diese Summe zahlte der russische Sammler Alexander Iwanow im Jahr 2007 für das „Rothschild-Ei“ bei einer Versteigerung des Auktionshauses Christie's.

Die Fabergé-Saga: Vom Untergang zweier Imperien

 

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