Protest gegen Überwachung: Skandalkünstler zündet Geheimdienstgebäude an

Pyotr Pavlensky.

Pyotr Pavlensky.

Artyom Geodakyan / TASS
Um gegen die Überwachungsmethoden des russischen Geheimdienstes zu protestieren, zündete der Aktionskünstler Pjotr Pawlenskij eine Eingangstür des Hauptquartiers an.

n der Nacht zum Montag zündete der Protestkünstler Pjotr Pawlenskij einen Eingang zum Hauptgebäude des russischen Geheimdienstes FSB auf dem Lubjanka-Platz in Moskau an. Der Aktivist, der für viele radikale Performances in den vergangenen Jahren verantwortlich ist, wurde wegen „geringfügigen Rowdytums“ vorläufig festgenommen.

Die angezündete Tür des FSB-Gebäudes wurde schnell gelöscht. Es entstanden keine größeren Schäden. Bereits wenige Stunden nach der Aktion stellte Pawlenskij das Video der Brandstiftung ins Internet und erklärte den Sinn hinter seiner Tat. Er sagte, dass die Aktion, die den Namen „Bedrohung“ trage, gegen die Überwachungsmethoden des Föderalen Sicherheitsdienstes gerichtet gewesen sei.

„Die brennende Tür Lubjankas ist wie ein Handschuh, den die Gesellschaft in das Gesicht der Terrorbedrohung wirft“, schrieb der Künstler über seine Aktion. „Der Föderale Sicherheitsdienst geht mit Methoden des anhaltenden Terrors vor und herrscht über 146 Millionen Menschen (Bevölkerung der Russischen Föderation, Anm. d. Redaktion). (…) Die Gefahr der unabwendbaren Abrechnung schwebt über jedem, der für die äußere Überwachung wie Telefonabhörungen oder Grenzkontrollen in Reichweite bleibt.“

Zugleich rief er dazu auf, gegen die Überwachung vorzugehen. „Der Terror kann nur dann existieren, wenn ein tierisches Angstgefühl herrscht. Sich gegen diesen Instinkt zu wehren, ist ein absoluter Schutzmechanismus. Er ist ein Kampfreflex für das eigene Leben. Das Leben ist es wert, dass man dafür kämpft“, erklärte Pawlenskij.

Der Künstler ist für eine Reihe aufsehenerregender Aktionen bekannt. 2014 zündete er mit anderen Aktivisten Reifen auf der Malyj-Kanjuschenskij-Brücke in Sankt Petersburg an, um sich mit den Protesten auf dem Maidan in Kiew zu solidarisieren. Zuvor hatte Pawlenskij sich den Mund als Zeichen der Unterstützung für Pussy Riot zugenäht und am Feiertag des russischen Innenministeriums seine Genitalien auf dem Pflaster des Roten Platzes festgenagelt.

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