Russland versorgt die Krim mit Strom

Stanislav Krasilnikow/TASS
Nach zehn Tagen Stromblockade durch die Ukraine hat die Krim am Mittwoch die ersten Stromlieferungen vom russischen Festland erhalten. Ein Unterwasserkabel verbindet die Halbinsel über die Straße von Kertsch mit dem kontinentalen Russland.

Die Krim ist nicht mehr länger von der Stromversorgung durch die Ukraine abhängig. Ein Unterwasserkabel, das die Halbinsel durch die Straße von Kertsch mit Kontinentalrussland verbindet, liefert bis zu 200 Megawatt Leistung vom russischen Festland. So soll gemeinsam mit lokalen Generatoren und mobilen Gasturbinenkraftwerken der Bedarf der Halbinsel zunächst zumindest zur Hälfte gedeckt werden.

„Nach einem Testlauf des ersten Teils des Unterwasserkabels wird der zweite Teil angeschlossen. Zum 20. Dezember soll dann eine Leistung von 400 bis 450 Megawatt möglich sein“, sagte der Direktor des Fonds zur Energieentwicklung Sergej Pikin der Zeitung „Wedomosti“.

Infolge der Sanktionen der Europäischen Union gab es zahlreiche Hindernisse beim Bau der Unterwasserverbindung, unter anderem kam es zu Problemen bei wichtigen Techniklieferungen. Schließlich fand das Föderale Netzunternehmen FSK, der Generalauftragnehmer des Projekts, einen Kabellieferanten in China: Der Vertrag, den das Unternehmen mit Jiangsu Hengtong HV Power System (HTGD) schloss, ist fast fünf Milliarden Rubel (rund 70,5 Millionen Euro) schwer.

In der ersten Phase wurden vier Fasern von je 14,5 Kilometern Länge gelegt. Die volle Leistung von 800 Megawatt soll die Energiebrücke zum 1. Juni 2016 erreichen. Die Gesamtkosten für das Projekt liegen bei 13,5 Milliarden Rubel (190 Millionen Euro).

Nach Materialien von „Kommersant“ und „Wedomosti“.

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