Deutsche Unternehmen: Die Aussichten des russischen Marktes seien positiv

Rainer Seele, AHK-Präsident, und Wolfgang Büchele, Ost-Ausschuss-Vorsitzender, präsentierten in Berlin die Ergebnisse der 13. Jährlichen Geschäftsklima-Umfrage unter den deutschen Unternehmen im Russlandgeschäft.

Rainer Seele, AHK-Präsident, und Wolfgang Büchele, Ost-Ausschuss-Vorsitzender, präsentierten in Berlin die Ergebnisse der 13. Jährlichen Geschäftsklima-Umfrage unter den deutschen Unternehmen im Russlandgeschäft.

RBTH
Die aktuelle Geschäftsklima-Umfrage der AHK und des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft wurde am Freitag im Vorfeld der Deutsch-Russischen Mittelstandskonferenz in Berlin präsentiert und zeigte, dass die Mehrzahl der auf dem russischen Markt aktiven deutschen Unternehmen keine Reduzierung ihres Engagements plane.

Zwar hat sich die Zahl der in Russland vertretenen Unternehmen mit deutschem Kapitalanteil von 6.000 auf 5.600 reduziert, jedoch wollen drei Viertel der Befragten ihre Aktivitäten in Russland auf dem bisherigen Niveau halten oder sogar ausbauen. Das geht aus der neuesten Umfrage zum Geschäftsklima in Russland unter deutschen Unternehmen im Russlandgeschäft hervor, die vom Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft und der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer im Januar 2016 durchgeführt wurde. 

Die Erwartungen der deutschen Unternehmen in Russland für dieses Jahr seien besser als für 2015, so AHK-Präsident Rainer Seele. Gleichwohl befinde sich Russland in einer schwierigen wirtschaftlichen Situation, die auch Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft habe. Im Gesamtjahr 2015 ist der deutsch-russische Handel um ein Viertel gesunken. Die deutschen Exporte nach Russland brachen dabei um 7,5 Milliarden Euro (-25,5 Prozent) ein.

Die Sanktionsspirale der vergangenen beiden Jahre hat die Unternehmen nachhaltig verunsichert, Investitionen liegen auf Eis. 60 Prozent der von der AHK befragten Unternehmen plädierten daher für die sofortige Aufhebung der Sanktionen. Der neue Ost-Ausschuss-Vorsitzende Wolfgang Büchele betonte: „Wir hoffen, dass wir spätestens im Sommer 2016 einen Einstieg in den Ausstieg aus den Wirtschaftssanktionen sehen werden.“ Rainer Seele fügte hinzu, dass die deutsche Wirtschaft großes Potenzial in der Wiederaufnahme der Kooperation zu Russland sehe und dazu bereit wäre.

Insgesamt 152 Unternehmen haben sich an der 13. jährlichen Umfrage beteiligt. Die befragten Unternehmen stehen für über 131.000 Beschäftigte in Russland und setzten dort im 1. Halbjahr 2015 über elf Milliarden Euro um.

Dossier: Deutsch-russische Wirtschaftsbeziehungen 2015

 

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