Importe aus Syrien ersetzen türkische Lebensmittel in Russland

Reuters
Langfristige Lieferverträge wegen des Syrien-Konflikts bislang fraglich.

Erstmals wurde zu Jahresbeginn Obst und Gemüse aus Syrien nach Russland geliefert. Auf diese Weise sollen die seit Januar mit Sanktionen belegten türkischen Lebensmittel teilweise ersetzt werden. Die Lieferanten verhandeln diesbezüglich mit dem russischen Einzelhandel, wie die russische Wirtschaftszeitung „Kommersant“ berichtet.

Dem Zeitungsbericht zufolge erklärte Aslan Panesch, Generalsdirektor des Importeurs, dass in der vergangenen Woche rund 3 000 Tonnen Zitrusfrüchte, Tomaten und Kohl im Hafen von Noworossijsk angelandet wurden. Dabei handele es sich um die zweite Lieferung seit Jahresbeginn. Permanente Lebensmittelexporte aus Syrien seien derzeit wegen Engpässen bei der Verpackung nicht möglich, so der Unternehmensleiter. Erst in einem halben solle die Produktion geeigneter Verpackungen in Syrien starten, die der Lieferant selbst aufbauen werde.

Eine weitere Schwierigkeit: Der andauernde Konflikt auf syrischem Boden. „Die Kampfhandlungen machen es für den Importeur schwierig, langfristige Verträge mit russischen Handelsketten zu schließen“, ist der Direktor des analytischen Zentrums „Sovekon“, Andrej Sisow, überzeugt.

Nach Einschätzung des Nationalen Verbands der Gemüseproduzenten sind im vergangenen Jahr 2,6 Millionen Tonnen Gemüse nach Russland eingeführt worden. Die größten Lieferanten waren China, die Türkei, Israel, Ägypten, Aserbaidschan und Marokko. Der Import von Zitrusfrüchten hat in 2015 erstmals die Marke von 1,5 Millionen Tonnen überschritten – 34 Prozent davon lieferte die Türkei.

Seit 1. Januar kommt keine türkische Ware mehr bei russischen Verbrauchern an. Grund für die gegen die Türkei verhängten Sanktionen ist der Abschuss einer russischen Su-24 durch die türkische Luftwaffe. Vor diesem Hintergrund haben Obst- und Gemüselieferungen aus Marokko zugenommen. 

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