Demokraten gespalten: Nawalnys Gefährten verlassen die Oppositionskoalition

Vladimir Astapkovich/RIA Novosti
Die „Demokratische Koalition“ der Liberalen brach im Rahmen der Vorwahlen auseinander, während einer ihrer Leader, der frühere Ministerpräsident Michail Kassjanow, laut früheren Kameraden schlimmer sei als Putin.

Eine Spaltung unter den Liberalen, über die jeder nach dem „Sex-Skandal“ mit dem früheren Ministerpräsidenten Michail Kassjanow gesprochen hatte, wurde aus einem öffentlichen Streit zu einem faktischen Zusammenbruch der Demokratischen Koalition. Ende April verließen sie zwei Teilnehmer - Die Fortschrittspartei von Alexei Nawalny und die Partei „Demokratische Wahl“ von Wladimir Milow.

Alles wegen dem PARNAS-Vorsitzenden, Michael Kassjanow, schreibt Nawalny in seinem Blog. Nachdem auf einem föderalen Sender ein enthüllender Film über Kassjanow ausgestrahlt wurde, wurde der Ex-Ministerpräsident zu einer Person, die die Koalition in den Augen der Wähler diskreditieren würde. Dementsprechend müsse er gehen.

Darüber hinaus wird Kassjanow der Unterfinanzierung des Wahlkampfes beschuldigt. Nawalny und er waren die zwei treibenden Kräfte der Liberalen. Kassjanow soll über bedeutende Mittel und Beziehungen verfügen, die er während seiner Amtszeit in den 90er Jahren angeeignet hatte, während Nawalny über Medienressourcen und attraktives Image verfügt.

So wurde Kassjanow für jedes Unglück der Demokratischen Koalition verantwortlich gemacht, was laut dem Polittechnologen und Vorsitzenden der "Politischen Expertengruppe", Konstantin Kalatschjow abzusehen war. Die Demokratische Koalition habe auch so wenige Chancen gehabt, die 3-Prozent-Barriere zu überwinden (ab diesem Ergebnis kann die Partei auf staatliche Finanzierung zählen). „Für einen Politiker ist folgendes wichtig: Wenn du nicht gewinnen hast, dann verliere wenigstens nicht. Das ist wohl die Denkweise von Nawalny. Er will nicht die Verantwortung für das schlechte PARNAS-Ergebnis im September tragen. Den Trick mit dem lauten Türknall wendet er nicht zum ersten Mal an", sagt Kalatschjow.

Die älteste demokratische Partei des Landes, Jabloko ging aus dieser Geschichte als Sieger hervor. Die Partei ist der einzige Gegner der Demokratischen Koalition unter den nichtregierenden Kräften (PARNAS und Jabloko sind so etwa wie die rechten und die linken Liberalen im Westen), glaubt der Generaldirektor der kremlnahen „Agentur für politische und wirtschaftliche Kommunikation, Dmitri Orlow. „Ihre Chancen auf Überwindung der Drei-Prozent-Barriere liegen bei mehr als 50%! Unter bestimmten Bedingungen können sie auch in die Staatsduma einziehen", glaubt Orlow.

RBTH-Check:

Die Demokratische Koalition entstand am 17. April 2015 durch den Zusammenschluss der Fortschrittspartei Alexei Nawalnys und der Parnas-Partei von Michail Kassjanow. Nach nur drei Tagen schlossen sich vier weitere Parteien dem Bu00fcndnis an. Laut Nawalny unterstu00fctzt Michail Chodorkowskis Nichtregierungsorganisation u201eOffenes Russlandu201c die Koalition. Auch die Solidarnost-Bewegung Ilja Jaschins ist dem Wahlbu00fcndnis beigetreten.

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