Doping: Sportminister weist Vorwürfe gegen Russland zurück

Alexandr Kryazhev / RIA Novosti
Der Verdacht gegen russische Sportler sei aus der Luft gegriffen, so Mutko.

Doping-Vorwürfe gegen russische Sportler, die in der Doku des US-Senders CBS erhoben worden seien, „gründen auf Mutmaßungen“, sagte der russische Sportminister Witali Mutko der Nachrichtenagentur Tass.

In einer Dokumentation des US-Senders CBS vom vergangenen Sonntag sagt Witali Stepanow, ehemaliger Mitarbeiter der russischen Anti-Doping-Agentur Rusada, einige russische Olympia-Sieger hätten bei den Winterspielen in Sotschi verbotene Präparate eingenommen. Die Manipulationen sollen laut Stepanow unter der Kontrolle russischer Geheimdienste stattgefunden haben.

„Stepanow wird noch ewig über Doping im russischen Sport reden. So war es im ersten Film, so ging es in den nächsten weiter“, kommentierte Mutko die Aussagen des ehemaligen Rusada-Mitarbeiters.

Im Dezember 2014 wurden Stepanow und seine Ehefrau, die Leichtathletin Julia Stepanowa, zu Hauptfiguren in einer ARD-Doku, in der Stepanow die russischen Leichtathleten des systematischen Dopings beschuldigte.

Die Anti-Doping-Beraterin des russischen Sportministers, Natalia Schelanowa, twitterte, in Russland sei man von der Transparenz der Doping-Kontrollen bei den Olympischen Spielen in Sotschi im Jahr 2014 überzeugt: „In den Laboratorien und Kontrollstationen arbeiteten internationale Experten Seite an Seite mit den Russen. Das wurde von einem internationalen Beobachterteam überwacht“, so Schelanowa.

Nach der Ausstrahlung der ARD-Dokumentation ermittelte die Welt-Antidopingagentur Wada und stellte im November 2015 russische Leichtathleten unter Doping-Verdacht. Daraufhin sperrte der Weltleichtathletikverband IAAF das russische Nationalteam für internationale Wettkämpfe, einschließlich der Olympischen Sommerspiele in Rio. Die endgültige Entscheidung des IAAF über die Zulassung russischer Sportler zum diesjährigen Olympia wird für den 17. Juni erwartet.

Wada-Sprecher, Ben Nichols, erklärte indes, die Welt-Antidopingagentur habe auch den CBS-Film zur Kenntnis genommen.

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