EgyptAir: Russischer Geheimdienstchef geht von Anschlag aus

AP
Flugverbindungen nach Frankreich bleiben vorerst bestehen.

Der Absturz der EgyptAir-Maschine über dem Mittelmeer sei höchstwahrscheinlich ein Terroranschlag, erklärte der Chef des russischen Geheimdienstes FSB, Alexander Bortnikow. Die Airbus A320 flog auf der Strecke Paris – Kairo. Am frühen Donnerstagmorgen ist der Funkkontakt zur Passagiermaschine abgebrochen.

„Sie wissen, was mit dem russischen Flugzeug in Ägypten passiert ist. Offensichtlich ist das ein Terroranschlag, welcher 66 Menschen aus unterschiedlichen Ländern das Leben gekostet hat“, sagte Bortnikow.

Dennoch will Russland die Flugverbindungen nach Frankreich – insbesondere zum Flughafen Charles des Gaulles, von wo aus die ägyptische Maschine gestartet ist –, nicht einstellen.

Dass die Wahrscheinlichkeit eines Anschlags höher sei, als die eines technischen Defekts, erklärte auch Ägyptens Luftfahrtminister, Sherif Fathy, auf einer Pressekonferenz.

Früherer Chef der französischen Flugunfalluntersuchungsbehörde, Jean-Paul Troadec, sagte in einem Radiointerview, es sei „so gut wie eindeutig“ ein Terroranschlag gewesen. „Technische Probleme, Feuer, Triebwerksausfall verursachen keine augenblickliche Katastrophe. Die Besatzung hat Zeit, zu reagieren“, sagte der Luftfahrtexperte.

Die Maschine verschwand 280 Kilometer vor der ägyptischen Küste von Radarschirmen. Die Besatzung eines griechischen Handelsschiffes behauptet, zum Zeitpunkt des Kontaktabbruchs einen Feuerball am Himmel beobachtet zu haben. An Bord des Flugzeugs befanden sich Staatsbürger aus zwölf Ländern, darunter 30 Ägypter und 15 Franzosen. 

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