Russen bevorzugen Einkäufe im Ausland

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Ausländische Onlinehändler werden in Russland immer erfolgreicher.

Im ersten Quartal 2016 haben russische Bürger etwa 70 Milliarden Rubel, umgerechnet etwa 934 Millionen Euro, für Einkäufe bei ausländischen Onlinehändlern ausgegeben. Nach Angaben der Unternehmensvereinigung für Internethandel (AKIT) ist der Umsatz in Russland gegenüber dem Vorjahr um 106 Prozent gestiegen. Die absolute Zahl der Einkäufe ist mit 182 Prozent sogar um fast das Dreifache gewachsen. Demgegenüber hat die Zahl der Einkäufe bei russischen Onlinehändlern lediglich um drei Prozent zugenommen.

Das starke Wachstum der Einkäufe im Ausland im ersten Quartal begründet AKIT mit der niedrigen Aktivität in der Vorjahresperiode. Seinerzeit seien die Erträge der ausländischen Onlinehändler in Russland im Zuge des Kurseinbruchs des Rubels stark zurückgegangen. Während die Preise bei ausländischen Händlern in die Höhe schossen, hoben russische Einzelhändler diese nur allmählich an, weil sie noch auf Lagerbestände, die zum alten Kurs angesammelt worden waren, zurückgreifen konnten.

Bild: Aljona RepkinaBild: Aljona Repkina

Etwa 60 Prozent der Einkäufe bei ausländischen Onlinehändlern haben einen Warenwert von weniger als 22 Euro, berichtet die Vereinigung in einem Report. AKIT schlägt deshalb vor, den Freibetrag für zollfreien Einfuhren in Russland auf eben diese Summe zu senken. Derzeit liegt dieser noch bei 1 000 Euro. Nach Ansicht des AKIT-Präsidenten Alexei Fedorow schränkt diese hohe Schwelle die Wettbewerbsfähigkeit des russischen Onlinehandels erheblich ein. „So wird der grenzübergreifende Handel weiter zunehmen, während der mittlere und kleine russische Onlinehandel zum Tode verurteilt ist“, sagt Fedorow voraus.

Nach den Prognosen von AKIT wird das Gesamtvolumen der Onlineverkäufe nach Russland im Jahre 2016 um 15 Prozent auf 850 Milliarden Rubel, umgerechnet 11,4 Milliarden Euro, anwachsen. Der Anteil der Käufe im Ausland wird auf 35 Prozent steigen.

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Ein Fels in der Krise: Russlands Onlinehandel

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