Zarenpalast in Gatschina feiert Neueröffnung

Der Zarenpalast war das Zuhause des Fürsten Bolkonski aus der berühmten "BBC"-Serie "Krieg und Frieden".

Der Zarenpalast war das Zuhause des Fürsten Bolkonski aus der berühmten "BBC"-Serie "Krieg und Frieden".

Lori / Legion-Media
Mehr als 70 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs ist der Zarenpalast in Gatschina restauriert worden. Nun kann er wieder von der Öffentlichkeit besucht werden.

Am 1. Juni 2016 wurden vier Säle des Zarenpalasts in Gattschina bei Sankt Petersburg nach einer Restauration zum ersten Mal seit dem Zweiten Weltkrieg der Öffentlichkeit präsentiert. Für Besucher ist nun die Enfilade der Säle im östlichen Halbkreis des Palasts zugänglich: die griechische Galerie, das Rotary-Zimmer, der helle Durchgang und der Rundbau.

Museumsmitarbeiter berichten, dass die Einrichtung, die während des Kriegs stark beschädigt wurde, anhand von Archivzeichnungen, Fotos und Kunstwerken wiederhergestellt worden sei.

Der große Palast in Gattschina wurde auf Erlass der Zarin Katharina der Großen als Geschenk für ihren Geliebten, den Grafen Grigorij Orlow, in den Jahren 1766 bis 1781 erbaut. Nach dem Tode Orlows erwarb sie den Palast bei den Nachfahren des Grafen. Er wurde daraufhin zur Residenz der Zarensöhne.

Die griechische Galerie verbindet den zentralen Palastbau mit dem Arsenal-Block. Wie der gesamte Palast nahm auch sie während des Zweiten Weltkriegs großen Schaden. Der Palast wurde von sich auf dem Rückzug befindenden Faschisten gesprengt, viele Exponate wurden entwendet. Nach dem Krieg wurde er lange Zeit in anderer Funktion genutzt: zunächst als Militärschule, später als geschlossenes Staatsinstitut.

Ein Bild aus der Sammlung des Grafen Grigorij Orlow. PressebildEin Bild aus der Sammlung des Grafen Grigorij Orlow. Pressebild.

Nun wurden im Inneren Skulpturen, Kunstgemälde und Möbel des 18. und 19. Jahrhunderts aus Museumsbeständen aufgestellt.

Das Rotary-Zimmer im historischen Teil beherbergt zudem eine Sammlung von Gemälden des bekannten italienischen Porträtkünstlers Pietro Rotary, der am russischen Hof ab Mitte des 18. Jahrhunderts diente. Die Sammlung stammt vom ersten Besitzer des Palasts: Graf Orlow persönlich.