Wirtschaftsentwicklung: Weltbank verbessert Prognose für Russland

Bereits im kommenden Jahr soll sich die Wirtschaft erholt haben.

Bereits im kommenden Jahr soll sich die Wirtschaft erholt haben.

Vladimir Smirnov / TASS
Gute Nachrichten für Russland: Die Wirtschaft erholt sich schneller als gedacht. So hat die Weltbank ihre Prognosen jüngst nach oben korrigiert. Für die Weltwirtschaft hingegen sieht es schlechter aus.

Statt der bislang erwarteten 1,9 Prozent soll die russische Wirtschaft im laufenden Jahr lediglich um 1,2 Prozent schrumpfen. Schon für das nächste Jahr sagt die Weltbank Russland eine wirtschaftliche Erholung voraus. Um 1,4 Prozent soll demnach das russische Bruttoinlandsprodukt 2017 wachsen, gefolgt von 1,8 Prozent Wachstum im darauffolgenden Jahr.

Die russische Wirtschaft passe sich dem neuen Umfeld besser an als anfangs angenommen, erklärt Sergej Chistanow von der Fakultät für Banken- und Finanzwesen an der Russischen Akademie für Volkswirtschaft und Verwaltung. Eines der wichtigsten Anpassungsinstrumente sei der floatende Rubelkurs gewesen, der zur Abwertung der russischen Währung geführt habe. Auf diese Weise habe der Währungskurs die Importsubstitution und die Exporte angekurbelt.

Für die Weltwirtschaft stellen die Weltbank-Analysten hingegen eine schlechtere Prognose auf. Die globale Wirtschaftsleistung werde in diesem Jahr um einen halben Prozentpunkt weniger wachsen, um 2,4 statt der ursprünglich angekündigten 2,9 Prozent. Zudem verlangsame sich das chinesische Wirtschaftswachstum mit 6,7 Prozent auch in diesem Jahr weiter, betonen die Experten.

Russlands neue Wachstumsmotoren

Laut Weltbank gibt es bereits erste Anzeichen dafür, dass die Rezession in einigen Wirtschaftsbranchen die Talsohle erreicht hat. „Die Industrieproduktion erholt sich, ungeachtet der schrumpfenden Investitionen und des eingeschränkten Zugangs zur Außenfinanzierung für russische Firmen“, heißt es in ihrem Bericht.

Vor allem „das qualitative Wachstum in der Landwirtschaft, im Chemie- und Lebensmittelsektor“ belege, dass die russische Wirtschaft sich an das schwierige Umfeld angepasst hat, führt Stanislaw Nowikow vom Vermögensverwalter BCS aus.

Diese drei Sektoren bezeichnet das Nachrichtenportal Bloomberg als Russlands neue Wachstumsmotoren. Auf 4,4 Prozent ist der Anteil der Landwirtschaft am russischen BIP gestiegen – der höchste Wert seit 2003. „Die Wirtschaftsprognose für Russland kann meiner Ansicht nach sogar noch besser ausfallen. Möglicherweise wird unsere Wirtschaft schon im laufenden Jahr ein symbolisches Plus erzielen – vorausgesetzt, Schocks bleiben aus“, meint Nowikow.

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