Sanktionen gegen Schriftarten: Aus für „Times New Roman“ & Co.

Wegen der US-Sanktionen müssen russische Behörden zu Alternativen greifen.

Wegen der US-Sanktionen müssen russische Behörden zu Alternativen greifen.

Rbth
Russlands Behörden dürfen aufgrund der Sanktionen keine Schriftarten des Unternehmens Imagine Monotype mehr verwenden. Das ist ein Problem, denn sämtliche offiziellen Dokumente werden in „Times New Roman“ abgefasst. Doch es gibt eine Lösung.

„Times New Roman“, „Arial“, „Courier New“, „Tahoma“ und „Veranda“ – die auch in Russland beliebten Schriftarten dürfen auf russischen Computern nicht länger verwendet werden. Grund dafür sind der Zeitung „Kommersant“ zufolge die US-Sanktionen, die zu einem Entzug der Lizenzen der US-Firma Imagine Monotype für das russische Betriebssystem Astra Linux führten.

Besonders problematisch dabei ist, dass die Schriftart „Times New Roman“ bei allen offiziellen Dokumenten staatlicher Behörden in Russland verwendet wird. Eine Lösung ist jedoch bereits gefunden: IT-Spezialisten von Astra Linux entwickelten gemeinsam mit dem Unternehmen PrajmTajp die Schriftarten „PT Astra Sans“ und „PT Astra Serif“, die vollwertige und kostenlose Alternativen zu „Times New Roman“ darstellen sollen.

Importsubstitution ist das Schlüsselwort auch im Bereich Schriftarten. Foto: RBTH Importsubstitution ist das Schlüsselwort auch im Bereich Schriftarten. Foto: RBTH

Wie ähnlich die heimischen Schriftarten der amerikanischen sind, zeigt Astra Linux in einem Vergleich auf der Unternehmenswebseite. Tatsächlich sind kaum optische Unterschiede zu erkennen.

Das Betriebssystem Astra Linux wurde im Jahr 2010 von NPO Rusbitech speziell für russische Behörden entwickelt und hat insbesondere vor dem Hintergrund der Importsubstitution an Bedeutung gewonnen. Zu den Kunden gehören das russische Verteidigungsministerium, der Föderale Dienst für Bewachung, der russische Geheimdienst, der russische Auslandsnachrichtendienst, das Gesundheitsministerium und weitere Behörden.     

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