Alexander Nitzberg: „Übersetzen ist wie Komponieren“

Der Übersetzter Alexander Nitzberg: "Um Deutsch richtig sprechen zu können, muss ich ab und zu nach Russland fahren."

Der Übersetzter Alexander Nitzberg: "Um Deutsch richtig sprechen zu können, muss ich ab und zu nach Russland fahren."

Alexander Nitzberg ist ein ausgezeichneter Übersetzer – und das ist wörtlich zu verstehen. Für seine von Kritikern als „kongenial“ bezeichneten Übersetzungen russischer Literatur hat er schon zahlreiche Preise gewonnen. Übersetzen ist für den Sprachvirtuosen die beste Art, ein Gedicht zu verstehen.

Sprache hat Alexander Nitzberg schon immer fasziniert. Bereits mit vier Jahren hat er sein erstes Gedicht geschrieben, mit zwölf  sein erstes Gedicht von Puschkin ins Deutsche übertragen. Seitdem hat er viel experimentiert. Er hat avantgardistische und klassische, gereimte und Prosagedichte auf Deutsch und Russisch geschrieben. Heute beherrscht er sein Handwerk wie kaum ein anderer. 

Als seine Eltern 1980 nach Deutschland ausreisten, war Nitzberg zehn Jahre alt. Zwar hatte er  in Moskau eine Schule mit erweitertem Deutschunterricht besucht und war in Deutsch der Klassenbeste, doch Deutsch sprechen konnte er kaum. „Mein Glück war, dass ich schon ein grammatisches Gerüst hatte, also lernte ich auch sehr schnell das Sprechen“, erinnert er sich.

Der renommierte Übersetzer spricht Russisch, Deutsch, Englisch und Französisch. Er wurde in Moskau geboren, studierte in Düsseldorf Germanistik und lebt heute in Wien. Welche Sprache ist seine Muttersprache? „Natürlich Russisch, auch wenn ich mich die meiste Zeit auf Deutsch unterhalte“, sagt er und ergänzt: „Beide Sprachen sind für mich sehr stark miteinander verbunden. Das Verrückte ist, dass ich, um Deutsch richtig sprechen zu können, ab und zu nach Russland fahren muss. Dann ist alles wieder im Lot.“ Die Muttersprache sei sehr wichtig für die Persönlichkeitsbildung, findet der Künstler... 

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