Russische Eleganz in Luxemburg

Als Ballsaal hatten die Organisatoren des russischen Balls Neujahr 2014 die prächtigste Location der Hauptstadt ausgewählt: den Cercle Municipal de la Ville de Luxembourg. Foto: Shutterstock/Legion-Media

Als Ballsaal hatten die Organisatoren des russischen Balls Neujahr 2014 die prächtigste Location der Hauptstadt ausgewählt: den Cercle Municipal de la Ville de Luxembourg. Foto: Shutterstock/Legion-Media

Wo auch immer russische Emigranten leben, Weihnachten und das neue Jahr werden in vielen Ländern „à la russe“ gefeiert. Der russische Ball in Luxemburg ist einer der Höhepunkte.

In Luxemburg haben bereits die Vorfeiern begonnen. Den Auftakt machte dieses Jahr die russische Botschaft mit einem Weihnachtsfest für die Kinder russischstämmiger Familien im prachtvollen Beggener Schloss. Weitere Festlichkeiten folgen, ob im Kulturzentrum oder bei den verschiedenen Vereinen, die dem Russian Club of Luxembourg angegliedert sind. Das prestigeträchtigste Ereignis dieser Veranstaltungen ist aber der russische Ball, der jedes Jahr zum russischen Neujahr stattfindet.

Keine Mühe und keine Kosten wurden gescheut

Als Aliona Zander, Stieftochter des bekannten Kinderbuchautors Anatoli Aleksin, erstmals die Idee eines russischen Balls vortrug, stieß sie zunächst auf Skepsis oder sogar Ablehnung. Sollte der noch so junge Russische Klub es schaffen, eine derart aufwendige Veranstaltung zu stemmen? Denn jedem war von Anfang an klar: Das bedeutet hohe Kosten und viel Arbeit, sehr viel Arbeit sogar.

Doch von der Idee waren einige angetan, die im Laufe der folgenden Wochen Überzeugungsarbeit leisten konnten. Allen voran der Vorsitzende des Russischen Klubs, Vsevolod Yampolski, der alle Register zog, um Unterstützung für das Vorhaben zu erlangen. So waren schnell die ersten Schirmherren für den Ball gefunden: hohe Persönlichkeiten aus Politik und Diplomatie. Und auch Aliona Zander und ihre Mitstreiterinnen verbuchten erste Erfolge und begeisterten Sponsoren für das Event. So kam der Stein ins Rollen, und dem ersten russi
schen Ball am 14. Januar 2012 konnte 
nichts mehr im Wege stehen.
Als Ballsaal hatten die Organisatoren sich den prächtigsten Saal der Hauptstadt ausgewählt: den Cercle Municipal, ein Gebäude, das einst als Stadtpalast errichtet wurde, das eine Zeitlang Sitz der CECA war und häufig für offizielle Empfänge von Staat und Stadt genutzt wird.

Bis auf den letzten Platz ausverkauft war der erste russische Ball, und so sollte es auch im Laufe der folgenden Jahre bleiben. Das Erfolgsrezept für dieses prestigegeladene Event ist jedes Jahr das gleiche: Schick und Eleganz der Gäste, Sterneköche, die höchsten Genuss auf die Teller zaubern, großartige musikalische und tänzerische Darbietungen und – das gehört zum Rahmenprogramm – Ausstellungen von anerkannten Künstlern.


Ball für karitative Zwecke

Als gesellschaftliches Ereignis ersten Ranges bietet der russische Ball vor allem den Gästen die Gelegenheit, Kontakte zu knüpfen und zu pflegen. Für

Politiker, Geschäftsleute und Kunstschaffende aus Luxemburg und Russland ist es schon zu einem Muss geworden, sich zum russischen Neujahr in diesem Ambiente zu treffen.

Der Erlös aus dem Ball wird jedes Jahr wohltätigen Organisationen gestiftet, und zwar zur Hälfte der russischen Organisation „Podsolnukh" und zur anderen der Luxemburger Vereinigung „SOS-Kinderdörfer" für ihre Projekte in Russland. Von 2012 bis 2014 wurde jeder der beiden Stiftungen 62 500 Euro zugestellt. Eine Bilanz, die sich sehen lassen kann.

Ein Ball dieser Größenordnung lässt sich natürlich nur mit Unterstützung finanzkräftiger Sponsoren organisieren. Und die kommen sowohl aus Russland als auch aus Luxemburg: MMK Steel und Severstal auf der einen Seite, Astron Building – Lindab, die East-West United Bank und die Luxemburger Handelskammer auf der anderen Seite, um nur einige zu nennen. Viele von ihnen sind seit den Anfängen dabei.


Rechenschaft im Internet

In der Zwischenzeit haben sich die Organisatoren des russischen Balls zu einer eigenständigen Vereinigung 
innerhalb der Dachorganisation des

Russian Club of Luxembourg zusammengeschlossen. Präsidentin ist Nadejda Muller, die ebenfalls von Anfang an dabei ist. Angesichts der enormen Summen, die für dieses Großereignis in Umlauf geraten, wird jedes Jahr ein detaillierter Abschlussbericht veröffentlicht, den jeder auf der Webseite ball.russki.lu einsehen kann.

Am 17. Januar 2015 wird der schon lange vorher ausverkaufte Festsaal wieder seine Pforten öffnen. Monica Semedo, Sängerin und Moderatorin, und Gennadi Lerner werden durch den Abend führen, der etliche Attraktionen verspricht. Luxemburgs Vize-Premier, Wirtschaftsminister und Minister für Verteidigung und Innere Sicherheit Etienne Schneider sowie Russlands Botschafter Mark Entin haben 2015 die Schirmherrschaft übernommen.

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