Voices-Filmfestival: Wologda zeigt internationales Kino

Foto: Pressebild

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Sommerzeit ist Festivalzeit, das gilt auch für Russland. In Wologda findet vom 3. bis 6. Juli das Voices-Festival (Vologda Independent Cinema from European Screens). Über 40 Filme werden gezeigt, sieben von ihnen stellen sich einer internationalen Jury.

Im russischen Wologda, rund 500 Kilometer nordöstlich von Moskau gelegen, hat am Freitag das Internationale Voices-Filmfestival begonnen. Als Wettbewerbsbeitrag werden sieben Filme aus sieben Ländern gezeigt: Russland, Deutschland, Frankreich, Italien, Serbien, Spanien und Ungarn. Das Publikum kann noch weitere 37 Filme anschauen, die jedoch nicht bewertet werden.

Die Voices-Festival-Jury wird vom französischen Regisseur Gérard Krawczyk angeführt, zu dessen bekanntesten Werken die Reihe „Taxi“ (1998) und der Film „Wasabi“ (2001) gehören. Weiterhin sitzen der Journalist Sergej Scholochow, die georgische Regisseurin Nana Jorjadze, der Kinokritiker und Direktor auf Lebenszeit des staatlichen zentralen Filmmuseums, Naum Klejman, und die junge russische Schauspielerin Darja Jekamasowa in der Jury.

Liebe, Neonazis und ein Denkmal für Michael Jackson

In Wologda kann jeder Cineast etwas Passendes finden: Es gibt Dramen, Melodramen, Komödien und sogar Fantasy. Der russische Regisseur Andrej Sajzew schickt seinen Film „14+“ ins Rennen, eine moderne Variation des Romeo-und-Julia-Sujets. Die Protagonisten besuchen verfeindete Schulen, um ihre Liebe müssen sie kämpfen, sie gilt als Verrat an der Clique und sogar am eigenen Stadtteil.

Der deutsch-afghanische Regisseur Burhan Qurbani vertritt Deutschland mit dem Film „Wir sind jung. Wir sind stark.“. Der Film beruht auf wahren Ereignissen aus dem Jahr 1992 und spielt in Rostock, wo Rechtsradikale mehrere Tage lang ein überfülltes Flüchtlingswohnheim belagerten und es unter dem Beifall von Anwohnern mit Molotow-Cocktails bewarfen.

Der Film „Denkmal für Michael Jackson“ ist das gemeinsame Werk eines Teams aus Serbien, Deutschland, Mazedonien und Kroatien. Regisseur ist Darko Lungulov. Es geht in dem Film, der in einem aussterbenden serbischen Städtchen spielt, um den Abriss eines alten Denkmals aus der kommunistischen Ära. In der Stadt lebt auch der Träumer Marko, der kurz vor der Scheidung steht. Sie ist enttäuscht, von ihm und vom Leben in der serbischen Kleinstadt. In seiner Verzweiflung beschließt Marko, anstelle des Denkmals eine Michael-Jackson-Statue zu errichten, um wieder Leben in die Stadt zu bringen und seine Ehe zu retten.

Als einer der wichtigsten Gäste wird der polnische Star-Regisseur, Szenarist und Produzent Krzysztof Zanussi vor Ort sein. Er wird beim Voices-Festival in einem Sonderprogramm das polnische Kino vorstellen und zudem seinen eigenen Film „Fremdkörper“ präsentieren.

Mehr erfahren Sie auf der offiziellen Webseite des Festivals unter www.voices-festival.org (in russischer und teilweise englischer Sprache).

 

Dieser Beitrag erschien zuerst in Rossijskaja Gaseta.

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