Geschichte Tag für Tag: 26. Juli

Ullsteinbild/Vostock-Photo
In der Rubrik "Geschichte Tag für Tag" können Sie sich gemeinsam mit RBTH an besondere historische Ereignisse mit und um Russland herum erinnern.

26. Juli 1975:

KGB-Chef Juri Andropow empfiehlt der Kommunistischen Partei, das Ipatjew-Haus in Swerdlowsk (heute Jekaterinburg) abzureißen. Im Kellerraum des Hauses, benannt nach seinem ehemaligen Besitzer, dem Ingenieur Nikolai Ipatjew, war der letzte Zar Nikolaus II. mit seiner Familie gefangengehalten und in der Nacht vom 16. auf den 17. Juli 1918 von den Bolschewiki erschossen worden.

Erst zwei Jahre später, 1977 wird das Haus dann auf Anordnung des Politbüros unter Leitung von Boris Jelzin, dem späteren ersten russischen Präsidenten, abgerissen. Seit 2003 steht an dieser Stelle die Kathedrale auf dem Blut.

26. Juli 1951:

In Welikij Nowgorod wird der erste Birkenrindentext entdeckt. Das Dokument fand die Einwohnerin Nina Akulova, die während ihres Mutterschaftsurlaubs die Ausgrabungsstätte besuchte, um etwas Geld zu verdienen. Der Archäologe Artemi Arzichowski, der sich mit der Ausgrabungen noch vor der Zweiten Weltkrieg beschäftigt hatte, war minutenlang sprachlos - dann rief er: „Prämie -  100 Rubel! Ich habe darauf 20 Jahre gewartet!“.  Inhaltlich bieten die Texte auf einfacher, trockener Birkenrinde einen Einblick in das Alltagsleben aller Bevölkerungsschichten im Mittelalter. Die Entdeckung zeigte, dass solche Texte ohne Tinte in Rinde geritzt wurden. Birkenrinde als Schreibmaterial wurde in Russland seit dem 11. Jahrhundert benutzt, bis Mitte des 15. Jahrhunderts das Papier diese Rolle übernahm.



26. Juli 1887:

Der polnische Augenarzt Ludwik Zamenhof veröffentlicht unter dem Pseudonym Doktoro Esperanto zunächst in russischer Sprache das Lehrbuch über seine künstlich erarbeitet "Internationale Sprache". Sein Pseudonym blieb als Name der Sprache haften: Esperanto. Die erste Ausgabe umfasst 40 Seiten. Der Grammatik-Teil enthält 16 Regeln auf sechs Seiten. Schätzungen zufolge sprechen heute noch etwa 100 000 bis 10 Millionen Menschen weltweit Esperanto.

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