Geschichte Tag für Tag: 16. August

USSR postage stamp of 1979, celebrating the 25th anniversary of the Virgin Lands Campaign

USSR postage stamp of 1979, celebrating the 25th anniversary of the Virgin Lands Campaign

wikipedia
In der Rubrik "Geschichte Tag für Tag" können Sie sich gemeinsam mit RBTH an besondere historische Ereignisse mit und um Russland herum erinnern.

Am 16. August 2009:

Zwei Jagdflugzeuge kollidierten beim Training für die MAKS, einer Messe für Luft- und Raumfahrt in der Nähe von Moskau. Zwei der drei Piloten konnten sich mittels Schleudersitz retten, der dritte überlebte das Unglück nicht. Eines der Flugzeuge stürzte in eine Datscha, drei umliegende Häuser gerieten in Brand. Fünf Zivilisten mussten mit Verletzungen ins Krankenhaus gebracht werden.

 

16. August 1956:

An diesem Tag begann Nikita Chruschtschows Neuland-Kampagne offiziell. Sie war als Anordnung „Über die Bewässerung und die Entwicklung von Neuland” beschlossen worden. Mehr als eine halbe Million Menschen zogen in die Steppen von Kasachstan, der Wolga-Region, nach Sibirien und in den Ural. Das Programm war bereits im Jahr 1954 angelaufen, als die Sowjetunion unter einem Getreidedefizit litt. Arbeitskräfte wurden hauptsächlich aus dem westlichen Teil der UdSSR entsandt. Es waren junge Komsomolzen, die freie Fahrt und ein zinsgünstiges zehnjähriges Darlehen für den Wohnungsbau bekamen. Für diesen Zweck wurden 20 Milliarden Rubel aus dem Staatshaushalt bereitgestellt.

Von 1954 bis 1959 beteiligten sich 1,7 Millionen Menschen an der Kampagne zur Erschließung von Neu- und Brachland. Mehr als 45 Millionen Hektar Land wurden gepflügt und bepflanzt.

In den ersten Jahren erwirtschaftete man extrem hohe Erträge und seit Mitte der 1950er-Jahre wurde bis zu ein Drittel der Gesamtproduktion von Brot in der UdSSR über das Programm sichergestellt. Langfristig zeigte die Kampagne jedoch trotz aller Bemühungen nicht die erwünschten Ergebnisse. Die Zerstörungen des ökologischen Gleichgewichts und die damit verbundene Bodenerosion führte Anfang der 1960er-Jahre zu Staub- und Sandstürme. Das Projekt geriet in eine Krise.

 

 

16. August 1941:

An diesem Tag unterzeichnete Josef Stalin den berühmten „Landesverräter“-Befehl Nr. 270. Laut ihm wurden „alle Soldaten und Offiziere der Roten Armee“, die „freiwillig in Gefangenschaft geraten“, als Landesverräter angesehen. „Alle Familien der Offiziere und Politkommissare sollen sofort in GULAG-Anstalten abtransportiert werden, und alle Familien der Soldaten sollen ab sofort kein Recht mehr auf Lebensmittelkarten haben.”

Im Juni 1952 wurde der Befehl Nr. 270 wieder außer Kraft gesetzt, denn Stalin erklärte, dass „Söhne für Straftaten ihrer Väter nicht verantwortlich“ seien. Nach Angaben des Internationalen Roten Kreuzes betrug die Zahl der sowjetischen Kriegsgefangenen in Deutschland im Juli 1944 rund 5,5 Millionen Menschen. Von den etwa 3,5 Millionen gefangengenommenen sowjetischen Soldaten, die 1945 in die UdSSR überführt worden waren, wurden mehr als 1,1 Millionen zum Tode verurteilt.

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