Geschichte Tag für Tag: 19. August

Daniel Biskup/salzundsilber.de
In der Rubrik "Geschichte Tag für Tag" können Sie sich gemeinsam mit RBTH an besondere historische Ereignisse mit und um Russland herum erinnern.

19. August 1994:

Der russische Schriftsteller Robert Roschdestwenskij (sein echter Nachname ist Petkewitsch) stirbt im Alter von 62 Jahren in Moskau. Seine Jugend verbrachte er zu einem großen Teil in Sibirien, vor allem nahe der Stadt Omsk. Mit neun Jahren war er in ein Waisenhaus gekommen. Mit 18 Jahren veröffentlichte er seinen ersten Gedichtband, studierte dann am literaturwissenschaftlichen Institut in Gorki (heute Nischnij Nowgorod).

Als in den 50er und 60er Jahren die sogenannte Tauwetter-Periode „Otepel“ einsetzte, schloss er sich einer Gruppe von Schriftstellern an, die mit dem sozialistischen Realismus brachen. 1979 bekam er den Staatspreis der UdSSR ausgezeichnet. Ab 1986 setzte sich Roschdestwenskj für eine stärkere Demokratisierung der russischen Politik ein und unterstützte die Forderungen nach Glasnost und Perestroika.

 

 

 

 

 

 

 

 

Im Jahr 2004 veröffentlichte Roschdestwenskijs Tochter Xenia ein Buch über Roschdestwenskis Schaffen - mit zuvor unveröffentlichten Gedichte, seltenen Privatfotografien, von Roschdestwenski gesammelten Zeitungsausschnitte und Notizen seiner Kollegen und Freunde. Nach überragenden Kritiken in vielen russischen Tageszeitungen wurde es in großer Auflage gedruckt.

Übrigens: Sein Familienname kommt von einem kirchlichen Feiertage: von „roschdestwo" – „Weihnachten". Die Endung „-skij" dient in der russischen Sprache als Antwort auf die Frage „Wessen?" oder „Woher?", ist aber vor allem typisch für die westlichen Regionen Russlands und stammt wohl eher aus dem Polnischen.

 

 

 

 

 

 

 

19. August 1991:

In Moskau beginnt der dreitägige Putschversuch gegen Präsident Michail Gorbatschow und dessen Pläne, die Sowjetunion zu erneuern. Die gesellschaftliche Krise spitzte sich immer weiter zu.

Als der Staatschef dann im August in den Urlaub auf die Krim abreiste, wollte sein Vize Gennadij Janajew mit Unterstützung einiger Regierungsorgane die Chance nutzen und die Macht über das Riesenland an sich reißen. Am 19. August wurde eine „Erklärung der Sowjetführung“ veröffentlicht, die Gorbatschows Macht an Janajew als Vorsitzenden einer Notstandsregierung übertragen sollte.

Um den Putsch zu verhindern, marschierten Soldaten mit Panzern in die Hauptstadt ein, im „Weißen Haus“ Moskaus stoßen sie auf heftigen Widerstand.

Der Putsch scheiterte zwei Tage später. Fazit: Verletzte, Tote.

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Die Ereignisse vom August 1991 führten zum Untergang der Sowjetunion. Das Wort „Revolution“ findet jedoch praktisch keinen Gebrauch. Damals setzten konservative Regierungsmitglieder Präsident Gorbatschow ab. Dessen wirtschaftliche Reformen erschienen ihnen gleichbedeutend mit einer Abschaffung des Kommunismus. Sie scheiterten - „Putsch“ ist somit gewissermaßen ein Begriff für eine gescheiterte Revolution.

Zu einem weiteren Putsch kam es im Herbst 1993, als der Oberste Sowjet, das höchste Machtorgan des Staates, das noch aus Sowjetzeiten stammte, den Versuch unternahm, Präsidenten Jelzin abzusetzen. Auch diesem Aufstand wurde in den Medien und von staatlicher Seite ein negativer Stempel aufgedrückt und er besiegelte als sogenannter „Oktober-Putsch“ das Ende der Sowjetmacht in Russland. Die Anhänger des Obersten Sowjets waren dahingegen der Meinung, dass Jelzin damals einen verfassungswidrigen Umsturz beabsichtige, und bezeichneten den Sturm des Weißen Hauses, in dem die Abgeordneten tagten, als „Hinrichtung des Parlaments“.

19. August 1939:

Zwischen dem Deutschen Reich und der Sowjetunion wird der sogenannte Deutsch-Sowjetische Wirtschaftsvertrag abgeschlossen. Inhalt waren Rohstoff- und Güterlieferungen zwischen der Sowjetunion und dem Deutschen Reich: Getreide, Metalle sowie Machinen. Das Handelsabkommen gilt als Vorstufe zum späteren Deutsch-sowjetischen Nichtangriffspakt zwischen Wjatscheslaw Michailowitsch Molotow und Joachim von Ribbentrop.

Bis zum Überfall der deutschen Wehrmacht auf die Sowjetunion 1941 wurde dieser Vertrag zweimal überarbeitet und eingehalten.

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