Geschichte Tag für Tag: 4. September

A view shows the St. Basil's Cathedral (L) and the Kremlin wall, after the lights were switched off for Earth Hour in Red Square in central Moscow, Russia, March 25, 2017.

A view shows the St. Basil's Cathedral (L) and the Kremlin wall, after the lights were switched off for Earth Hour in Red Square in central Moscow, Russia, March 25, 2017.

Reuters
In der Rubrik "Geschichte Tag für Tag" können Sie sich gemeinsam mit RBTH an besondere historische Ereignisse mit und um Russland herum erinnern.

1991: Baltikum kapselt sich ab

Der erste und historisch einzige Präsident der Sowjetunion, Michail Gorbatschow, erkennt die Unabhängigkeit der drei baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen an. Dem zuvor gegangen war die Verhängung des Ausnahmezustands in dem Staatenbund. Die Zeiten standen auf Sturm:

„Landsleute! Bürger der Sowjetunion! Wir wenden uns an Euch in einer für das Schicksal unseres Vaterlandes und unserer Völker schwierigen, ja, kritischen Stunde! Unsere große Heimat schwebt in Todesgefahr!“ Mit diesen Worten alarmierte das selbsternannte Staatskomitee für den Ausnahmezustand am 19. August 1991 die Sowjetbürger. Die von Gorbatschow initiierte Reformpolitik – ursprünglich konzipiert, um die Entwicklung des Landes und die Demokratisierung der Gesellschaft voranzutreiben – sei in eine Sackgasse geraten. Extremistische Kräfte würden die gewährten Freiheiten ausnutzen und die aufkeimende Demokratie mit Füßen treten. Sie hätten sich den Zerfall des Staates, die Auflösung der Sowjetunion und die Machtergreifung um jeden Preis zum Ziel gesetzt, so das Staatskomitee weiter. Von der Existenz des Komitees hörten die Sowjetbürger an diesem Tag zum ersten Mal.

1987: Deutscher eingeflogen und eingelocht

Am 28. Mai 1987 war der deutsche Hobbyflieger Mathias Rust in den hoch gesicherten sowjetischen Luftraum eingedrungen und mit einer Cessna-172R auf dem Roten Platz in Moskau gelandet. Wenige Monate später, am 4. September 1987, wurde Rust vom Obersten Gerichtshof in Moskau zu vier Jahren Arbeitslager verurteilt. Der damalige Verteidigungsminister Sergej Sokolow und der Chef der sowjetischen Luftverteidigung Alexander Koldunow mussten ihre Ämter verlassen. Am 3. August 1988, also schon nach knapp einem Viertel der Haftstrafe, wurde Rust von der Sowjetregierung begnadigt.

1900: Deutsch-russisch-sowjetischer US-Fotograf

In Sankt Petersburg wird George Hoyningen-Huene – auch Georg Freiherr von Hoyningen-Huene – als Kind eines deutschstämmigen Soldaten und Emily Anna Lotrop, einer Tochter des damaligen US-Botschafters in Russland, geboren.

Als die Revolutionswirren begannen, floh er zunächst nach Landon, später nach Paris, wo er einer der gefragtesten Vogue-Fotografen wurde. 1930 lernte er dort den jungen Horst Bohrmann kennen, der für einige Jahre sein Liebhaber, Assistent und häufiges Modell wurde und unter dem Pseudonym Horst P. Horst selbst stilprägend für die Vogue-Fotografie der 1930er war.

1935 reiste Hoyningen-Huene weiter nach New York, arbeitete in Kalifornien, Los Angeles und Mexico. Er wurde Dozent an der Art Center School of Los Angeles. Er starb am 12. September 1968 in Los Angeles. 1980 fand eine erste große Retrospektive seiner Arbeiten am International Center of Photography in New York statt, mit Stationen in London, Paris, Minneapolis und Long Beach.

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