Stalin und Sport: Wie der Sowjetführer Ideologie mit Paraden indoktrinierte

Aufwärmübung

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Stalin selbst war nicht gerade der sportlichste Typ. Aber er machte den Sport zu einer bedeutenden Säule der Ideologisierung der sowjetischen Gesellschaft.

/Iwan Schagin/МАММ, Rybtschinskij-Gladkow-Stiftung/https://russiainphoto.ru/Iwan Schagin/МАММ, Rybtschinskij-Gladkow-Stiftung/https://russiainphoto.ru

Sport und gesunder Lebensstil wurden in der Sowjetunion geradezu propagiert: Poster, Workshops, zahllose Sportklubs und vieles mehr. Aber das eindrucksvollste mittel zur Sportagitation waren doch die riesigen Sortparaden.

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Die erste "Parade der Athleten" fand 1919 auf dem Roten Platz statt. Und das zu harten Zeiten: Der Bürgerkrieg im Land befand sich damals gerade an einem Wendepunkt.

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Ab 1931 wurde die Atletenparade jährlich veranstaltet: Nach Moskau zog sie ins damalige Leningrad (heute St. Petersburg) und dann weiter durch verschiedene Städte der UdSSR.

/ Alexander Rodtschenko/МАММ/https://russiainphoto.ru/ Alexander Rodtschenko/МАММ/https://russiainphoto.ruDie Sowjetideologie glaubte, dass nur starke und gesunde Menschen in der Lage seien, eine signifikante Rolle beim Aufbau des sozialistischen staates zu spielen. Nach dem Motto: Ein gesunder Geist braucht einen gesunden Körper.

/ Arkadij Schajchet/МАММ/https://russiainphoto.ru/ Arkadij Schajchet/МАММ/https://russiainphoto.ru

Der Sowjetbürger war ja nicht nur Arbeiter, sondern auch Verteidiger seines Vaterlandes. Dafür musste er stets für den Feind bereit sein. 

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Die bunten Sportumzüge wurden immer von Menschen- und Kameramassen begleitet. Für Stalin waren sie eine wichtige Plattform, um seine Ideologie zu verbreiten.

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Stalins Bildnis war einfach überall. 1935 wurde der Sowjetführer als "Bester Freund der Pioniere" vorgestellt, 1936 hieß es dann schon: "Danke, Genosse Stalin, für unsere glückliche Kindheit!"

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Alle Sowjetrepubliken nahmen an den Paraden teil. Ihre Vertreter marscheirten in einzelnen Blöcken, demonstrierten ihre verschiedenen Kostüme und Traditionen. Gleichzeitig zeigten sie sich aber auch "in der Liebe zum Sport vereint".

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Eine der größten Sportparaden der sowjetischen Geschichte war am 12. August 1945 dem Ende des Großen Vaterländischen Krieg gewidmet. Über 25.000 Teilnehmer aus allen Sowjetrepubliken marschierten und trainierten über vier Stunden lang. Sie war die letzte Athleten-Parade, die auf dem Roten Platz stattfand,

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Die Tradition der Sportparaden starb letztlich praktisch mit Stalin im Jahr 1953.

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