Sankt Petersburg bittet zum Tanz

Das Nachtleben in St.Petersburg ist besonders bunt. Foto: Pressebild

Das Nachtleben in St.Petersburg ist besonders bunt. Foto: Pressebild

Sankt Petersburg gilt als Kultur-Hauptstadt Russlands und Fenster nach Europa. Dies bezieht sich nicht nur auf Literatur, Architektur und Musik, sondern eben auch auf das Klubleben. Nicht zufällig wurde in dieser Stadt der erste Rock-Klub Russlands gegründet, der die besten Rockgruppen des Landes hervorgebracht hat. Der nachfolgende Überblick dient Touristen und Tanzlustigen dazu, sich in der Klublandschaft Sankt Petersburgs besser zurechtzufinden.

GRIBOJEDOW - Angesagter russischer Underground

Das Gribojedow kann man zu Recht den berühmtesten Sankt Petersburger Klub nennen. Kein anderer kann sich einer solch schillernden Geschichte rühmen wie der „Methusalem" Gribojedow, der im Jahr 1996 eröffnet wurde. Der ehemalige Luftschutzkeller, in dem sich die Legende des Sankt Petersburger Untergrundes befindet, ist heutzutage ein kulturelles Zentrum, in dem Ausstellungen und Konzerte stattfinden, DJs auflegen, geplante und spontane Sessions, Vorträge und Bankette stattfinden.

Täglich treten hier lokale Independent-Bands auf und werden Partys mit der unterschiedlichsten Musik veranstaltet – von Funk bis Soul und Rock bis Indie. Im zweiten Stockwerk, das auf den Luftschutzkeller aufgesetzt wurde, befindet sich ein Restaurant.

Location: Uliza Woronjeschskaja 2А (Metrostation Ligowskij Prospekt)

Eintritt: Der Eintritt in den Klub ist kostenlos, der Ticketpreis für Konzerte liegt zwischen 10 und 20 Euro.

Web: http://www.griboedovclub.ru/en/

 

PURGA (SCHEESTURM) - Trinklieder

Dieser Klub ist bereits seit nahezu zehn Jahren eine der größten Sehenswürdigkeiten der Stadt. Das Geheimnis verbirgt sich in dem genialen Konzept: Hier wird jeden Tag Neujahr gefeiert!

Bedenkt man, dass in Russland das Neujahr der populärste Feiertag ist, der normalerweise eine ganze Woche lang mit allen daraus resultierenden Konsequenzen gefeiert wird, fällt es nicht schwer sich vorzustellen, welche Gelage hier alltäglich (oder besser: allnächtlich) gefeiert werden. Ein absolutes „Muss" für Touristen.

Wenn Sie das Neujahr im Schneesturm gefeiert haben, sollten Sie immer noch genug Kraft haben, im Klub Purga-2 weiterzufeiern – dort findet jeden Tag eine Hochzeitsfeier statt, bei der Sie sich als Braut beziehungsweise Bräutigam ausprobieren können!

Location: Bar „Purga-1" – Neujahr sowie Bar „Purga-2" - Hochzeit und Neujahr, Fontanka 11.

Eintritt: Der Eintritt in die Bar ist kostenlos, ein Abendessen kostet zwischen 15 und 30 Euro.

Web: http://purga-club.ru/

 

XXXX - Radio-Hits der 1980er bis 2000er

Die erste XXXX-Bar wurde in Sankt Petersburg 2005 eröffnet. Mittlerweile hat sich daraus eine ganze Kette neuer Bars entwickelt. Das XXXX ist wohl die populärste Marke in der Klublandschaft der Stadt und wird von unterschiedlichstem Publikum frequentiert. Wie die Betreiber selbst sagen, besteht ihre Intention darin, allen über 30-Jährigen eine ausgelassene Zeit ohne irgendwelchen ausgefallenen Schnickschnack zu bieten.

Wenn Sie einmal erleben möchten, wie der durchschnittliche Sankt Petersburger Büroangestellte, Geschäftsmann und deren Freundinnen die Puppen tanzen lassen, sollten Sie unbedingt das XXXX aufsuchen. Hier finden häufig Konzerte populärer russischer Künstler statt. Das Musikformat entspricht dem Publikum: im Wesentlichen Radio-Hits der letzten 30 Jahre.

Location: 3. Sowjetskaja 34, Swenigorodskaja Uliza 9/11, Pirogowskaja Nabereschnaja 5/2 (Hotel Sankt Petersburg)

Eintritt: Der Eintritt in die Bar ist kostenlos. Am Wochenende findet meist eine sehr strenge Einlasskontrolle statt! Achtung: Dresscode!

Web: http://www.xxxxbar.ru


DOM BYTA (Trautes Heim) - Indierock

Wenn Sie ein Hipster sind oder zumindest wissen, was Hipster sind, und Sie für diese eine gewisse Sympathie hegen, so ist das Dom Byta genau das Richtige für Sie! Die Location – eine der angesagtesten und erfolgreichsten der letzten Jahre in Sankt Petersburg – wurde vom Betreiber des wohl bedeutendsten Moskauer Klubs Soljanka eröffnet.

Tagsüber wird das Dom Byta als Café betrieben, und zwar äußerst erfolgreich. Freitag- und samstagabends (und manchmal auch an anderen Tagen) verwandelt es sich in einen Klub. Häufig sind in dieser Location angesagte Künstler zu Gast. So konnte man hier unter anderem bereits Nikolas Jaar, Joakim, Move D und Todd Terje erleben. Die Preise liegen über dem Sankt Petersburger Durchschnitt, sind aber akzeptabel. Großes Augenmerk wurde auf die sowjetische Einrichtung gelegt – angefangen von den Möbeln bis hin zum Geschirr.

Location: Uliza Rasjesschaja, 12 (Metrostation Wladimirskaja)

Eintritt: Der Eintritt ist kostenlos. Am Eingang gibt es möglicherweise Einlasskontrollen. Preise beginnen bei 4 bis 5 Euro für ein Bier und 7 Euro für einen Cocktail.

Website: www.dombeat.ru , www.facebook.com/dombeat

 

JESUS - Techno

Auch wenn der Klub erst vor etwa einem Jahr seinen Betrieb aufgenommen hat, ist das Jesus mittlerweile schon zu einer der interessantesten Locations der Sankt Petersburger Klub-Meile geworden. Das Jesus richtet sich an die Liebhaber von Techno- und House-Musik, die es in dieser Stadt schon immer zur Genüge gab. Es gibt zwei Dancefloors, zwei Bars sowie einen Ausstellungsbereich.

Hier treten sowohl die Veteranen der Sankt Petersburger Szene, die sich ihre Lorbeeren noch in den ersten Klubs der Neunzigerjahre verdient haben, als auch junge angesagte DJs auf. An der Tür erfolgt eine strenge, aber faire Einlasskontrolle (inklusive einer Überprüfung des Dresscodes). Drinnen trifft man auf Musiker, Leute aus der Medienbranche und einfach nur angenehme junge (und nicht mehr ganz so junge) Besucher.

Location: Ligowskij Prospekt, 50/13, Metrostation Ploschtschad Wosstanija

Eintritt: Der Eintritt ist kostenlos, ein Abendessen für zwei Personen kostet 50 Euro. Achtung: Dresscode!

 

DON'T PANIC - Techno

Die Techno-Fans sollten sich noch eine andere relativ neue Location ansehen: das Don't Panic, das von Insidern wegen seiner minimalistischen Einrichtung, seiner harten Musik und der Undergroundatmosphäre bereits als „Berliner" Klub bezeichnet wird. Die Betreiber behaupten, dass die Soundanlage hier genauso laut sei wie das Dröhnen eines Jets, der in 50 Meter Höhe vorbeifliegt.

Location: Ligowskij Prospekt 50, Gebäude 16

Eintritt: Am Eingang erfolgt eine Einlasskontrolle. Achtung: Dresscode! Das Glas Bier kostet 3 Euro.

 

Dumskaja Uliza – die Reeperbahn von Sankt Petersburg

Während der letzten Jahre hat sich die Dumskaja-Straße in Sankt Petersburg zur größten Bar-Meile der „Hauptstadt des Nordens" entwickelt. Diese Straße im Herzen der Stadt stellt eine Art russische Reeperbahn dar. Manche vergleichen es auch mit der an die Reeperbahn angrenzenden Großen Freiheit, wo die Beatles ihr erstes Hamburger Konzert gegeben haben.

Die erste Bar, das Datscha, wurde hier im Jahr 2004 von Anna-Christin Albers, einer Hamburgerin, eröffnet. Später kam das Fidel dazu, und mittlerweile gibt es auf der Dumskaja Uliza und der angrenzenden Uliza Lomonossowa mehr als zehn Bars und mehrere Cafés, die rund um die Uhr geöffnet haben. Wenn Sie einmal nicht genug Geld für das Taxi oder einfach noch keine Lust haben, nach Hause zu fahren, können Sie hier recht ausgelassen die Nacht verbringen und von Bar zu Klub und von Klub zu Bar weiterziehen. Im Sommer, während der Weißen Nächte, dehnt das Klubleben sich auch auf die Straße aus. Hier nun die – unserer Meinung nach – interessantesten Locations auf der Dumskaja Uliza.

 

POISON - Karaoke

Das Poison ist die dritte Location, die im August 2011 von der Deutschen Anna-Christin Albers eröffnet wurde. Sie war es, die die Tradition demokratischer, europäischer Bars in Sankt Petersburg geschaffen hat. Wie auch in der von ihr vor neun Jahren eröffneten Bar Datscha ist das Poison ein kleiner Raum mit schlichter Einrichtung. Doch die Besucher kommen wegen der urigen Atmosphäre hierher. Beide Locations sind immer gut besucht.

Zum Repertoire des Poison gehören mehr als 5 000 Titel, unter anderem von ABBA, Johnny Cash, Red Hot Chili Peppers und Coldplay. Einen Titel kann man kostenlos ordern. Wenn Sie nicht sehr musikalisch sind, eilt Ihnen der DJ oder aber die anderen Gäste zu Hilfe, die in der ausgelassenen Stimmung gerne mitsingen. Das Publikum ist zumeist ein angenehmer Mix aus Jugendlichen, Ausländern und vor allem jungen Damen. Die Preise sind mehr als human, häufig werden für Getränke Rabatte angeboten.

Location: Uliza Lomonossowa 2

Eintritt: Der Eintritt ist kostenlos, Longdrinks kosten um die 5 Euro, Shots und Bier 3 Euro.

 

FIDEL - Alko-Trash

Eine der ältesten Einrichtungen auf der Dumskaja Uliza hat sich bereits in eine Legende verwandelt. Hier ist es stets schummrig, eng und sehr, sehr ausgelassen. Unter den Besuchern trifft man auf Boheme-Künstler, Studenten, hippe Typen aus der Stadt und Ausländer. Ausgeflipptes Tanzen und interessante Bekanntschaften sind garantiert. Hier hört man die besten Songs aus aller Welt.

In erster Linie gibt es englischsprachigen Pop und Pop-Rock – kurz, alles, was gute Laune verbreitet und was man irgendwann schon einmal gehört hat: The Beatles, Michael Jackson, The Cure, deren Song „Should I stay or should I go" quasi die Hymne des Fidel geworden ist. Wobei man sagen muss, dass sich die meisten für das „to stay" entscheiden.

Einige DJs stehen mehr auf Funk oder Disco, andere auf Britpop oder Balkanbeat, aber alle lieben das Fidel gerade eben für seinen Pop-Eklektizismus, der den meisten äußerst zusagt. Fünf Minuten vor jeder vollen Stunde gibt es ein Gläschen Mossbeerenschnaps für 1 Euro. Die restlichen Preise sind ebenso schonend für die Geldbörse, selbst wenn man bis zum Ende hier hängen bleibt.

Location: Uliza Dumskaja 9

Eintritt: Der Eintritt ist kostenlos, das Bier kostet 2 Euro - aber besser, man probiert den Kräuterschnaps!

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