Das Deutschlandjahr hält Einzug in die russischen Regionen

In Jekaterinburg finden die Tage deutscher Musik statt.  Foto: Tatjana Andrejewa

In Jekaterinburg finden die Tage deutscher Musik statt. Foto: Tatjana Andrejewa

Nach Moskau und Sankt Petersburg macht die Deutsche Kulturkarawane am Ural halt. Jekaterinburg begrüßt den Frühling mit deutscher Kultur unterschiedlicher Epochen.

Die russischen Regionen sind am Jahr Deutschlands in Russland mit fünfzig Städten beteiligt. Von März bis Juni 2013 werden dort über tausend Veranstaltungen aus den Bereichen Politik, Wirtschaft, Kultur und Bildung stattfinden. Die Zentren der internationalen Begegnung werden Jekaterinburg, Novosibirsk und Krasnojarsk sein.

Dass gerade Jekaterinburg als erste Stadt den „Staffelstab" von Moskau und Sankt Petersburg übernommen hat, ist mitnichten ein Zufall. So werden

in der Ural-Metropole unter anderem ein Festival für modernen Tanz und Performance, das Festival der Straßenkultur Artspace, Tage deutscher Musik unter Beteiligung der Pianistin Inge Rosar, die Ausstellung Wir fotografieren die Zukunft, Kreativ-Workshops für Videokunst, Kunst im öffentlichen Raum und neue Medienkunst veranstaltet.

Weitere Programmpunkte werden das deutsch-russische Wissenschaftssymposium Rechtliche Fragen der regionalen Wirtschaftsentwicklung, ein Seminar zu Bauhaus-Architektur sowie ein Stummfilm-Festival sein. Im April wird in Jekaterinburg ein Gastspiel des Tanzensembles Renegade vom Theater Bochum, das klassisches Ballett mit Breakdance kombiniert, stattfinden. Das Programm Irgendwo zählte 2012 zu den besten zehn Stücken seines Genres in Deutschland.

Einer der wichtigsten Veranstaltungsorte des Deutschlandjahres im Ural wird die Philharmonie des Gebietes Swerdlowsk sein. Hier werden ein Bach-Festival, ein Gastspiel des Linos-Quartetts und des Orchesters junger Musiker Ensemble 2012 veranstaltet. Das Publikum darf sich auf die virtuose Aufführung von Werken der Komponisten Gustav Mahler, Robert Schumann, Johannes Brahms, Felix Mendelssohn-Bartholdy und Pjotr Tschaikowski freuen.

Eine weitere Premiere, allerdings nicht auf dem Gebiet der Musik, sondern des Theaters, hat die Jekaterinburger Theaterhochschule vorbereitet. Das Theaterstück Die zauberhafte Welt der Gebrüder Grimm wurde nach Motiven der Märchen Rotkäppchen, Dornröschen und Rumpelstilzchen inszeniert. Für Ende März ist der Besuch Gabriella Crispinos, Sprecherzieherin an der Universität der Künste Berlin, geplant. Sie wird an den Proben teilnehmen sowie beratend bei der Gestaltung der historischen Kostüme, der Bühne und der Heraldik mitwirken.

Das „mobilste" Ausstellungsprojekt des Jahres Deutschlands in Russland wird eine Ausstellung über den postmodernen Realismus des deutschen Künstlers Sigmar Polke. Das Goethe-Institut stellt sie in elf Städten Russlands vor. Die vierzig Guaschbilder im Format 60 х 100 cm, die 1996 entstanden sind, werden bis zum 31. März in Jekaterinburger Museum für angewandte Kunst zu sehen sein.

Seinen Abschluss findet das Jahr Deutschlands im Ural mit einer Ausstellung der United Buddy Bears, die am 21. Juni in Jekaterinburg eröffnet werden wird. Die 111 je einen Meter hohen Bären-Skulpturen besuchen im Rahmen ihrer Welttournee den Zentralen Kultur- und Erholungspark der Stadt und werden dort einen ganzen Monat „auf der Jagd nach Motiven" sein.

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