Naturwissenschaft interaktiv entdecken

Foto: Rossijskaja Gaseta.

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In Wolgograd gibt es seit Neuestem ein ungewöhnliches Museum, das sich die unterhaltsame Vermittlung von Wissen zum Ziel gesetzt hat. Physik, Chemie und Mathematik lernen die Kinder hier nicht aus Büchern, sondern durch eigenes Erleben.

In Wolgograd hat vor Kurzem das Einstein-Museum eröffnet, das sich die unterhaltsame Vermittlung von Wissen zum Ziel gesetzt hat. Illustriert und erklärt werden hier mit außergewöhnlichen Exponaten und interaktiven Elementen alle möglichen Erscheinungen der Physik, Chemie und Mathematik. Man wandelt sozusagen auf den Spuren der berühmten Forscher wie Einstein.

„Wir wollten mit diesem Museum einen Ort schaffen, an dem Kinder sehen können, dass Wissenschaft sehr spannend sein kann", sagt die Leiterin des Museums Anastassija Romanowa. „Die Kinder in der heutigen Zeit langweilt es, die Regeln der Physik aus einem Lehrbuch zu lernen. In unserem Museum darf man die Ausstellungsstücke nicht nur anschauen, sondern auch anfassen und nach Belieben mit ihnen experimentieren."

Wie funktioniert ein Klavier und was verbirgt sich hinter dem Geheimnis einer „Zauberkiste", wo versteckt sich da das Kaninchen? Warum „kocht" kaltes Wasser?  Kann ein Kind ein echtes Auto anheben? Was passiert, wenn man sich auf ein „Yogi-Bett" mit 4 800 Nägeln legt oder sich auf einen Stuhl mit 1 500 Nägeln setzt?

Jedem der im Museum gezeigten Exponate liegt eine physikalische Erscheinung zugrunde. Beim Anheben eines Autos etwa kann ein Kind ganz konkret nachvollziehen, wie ein Flaschenzug funktioniert. Daneben gibt es eine noch erstaunlichere Sache: einen von selbst in die Höhe steigenden Stuhl. Wer sich darauf setzt, kann sich wie Baron Münchhausen aus eigener Kraft in die Luft erheben, wenn auch nicht am Haarschopf. Die Erklärung für dieses Geheimnis liefert ebenfalls der Flaschenzug.

„Einen großen Teil der Ausstellungsstücke haben Werkstätten aus Wolgograd speziell für uns anhand von Zeichnungen unserer Mitarbeiter angefertigt", erklärt Romanowa. „Eine große Hilfe war uns Konstantin Sisserow, der als Physiklehrer am Lyzeum Nr. 3 sein didaktisches Know-how einbringen konnte."

Foto: Rossijskaja Gaseta.

„Das Museum für unterhaltsames Wissen ist ein idealer Ort für den Physikunterricht", erläutert Konstantin Sisserow. „Jeder weiß, dass es sehr kostenaufwendig und schwierig ist, ein brauchbares Labor in einer Schule einzurichten. Physik ist jedoch eine Wissenschaft, die ohne Experiment ‚tot' bleibt. Und gerade die Erfahrung, das Experiment, weckt in Kindern die Lust am Verstehen. Im Museum sind Exponate zusammengestellt, die viele Gesetze und Bereiche der Physik illustrieren. Ich werde auf jeden Fall mit meinen Schülern hierherkommen."

Am Tag der Museumseröffnung gab es unter anderem eine Wissensshow des „verrückten Professor Nikolas". Der demonstrierte, wie ein Superabsorber funktioniert, was Trockeneis ist, wie man in einem ganz normalen Raum einen Regenbogen sehen kann und weitere, verrückte „Experimente".

„Effektiver Unterricht sollte interaktiv sein", so „Professor Nikolas" alias Michail Syssojew. „Ich fordere beispielsweise die Kinder auf, mir ein Glas Wasser über den Kopf zu gießen. Welcher Schüler würde sich schon einen solchen Spaß entgehen lassen? Tatsächlich aber gelingt es nicht, das Wasser auszugießen – es wurde zuvor bereits vollständig vom Superabsorber aufgesogen. Am meisten sind die Kinder jedoch von den Spektralbrillen beeindruckt. Wer durch eine solche Brille in gewöhnliches Licht schaut, sieht einen Regenbogen im Raum."

 

Dieser Beitrag erschien zuerst bei Rossijskaja Gaseta.

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