Russland begeistert bei Festival Horses & Dreams

Die Pyramide der russischen Reiter auf Pferden. Foto: Uwe Gerken

Die Pyramide der russischen Reiter auf Pferden. Foto: Uwe Gerken

„Das Gastland Russland war ein Glücksfall für unser Reitsportfestival“, so das Fazit des Organisators des Festivals Horses & Dreams Ulli Kasselmann. Die Veranstaltung, die vom 17. - 21. April in Hagen stattfand, verbindet Lifestyle-Ausstellungen mit hochkarätigem Pferdesport.

Faszination Russland – die Menschen im Osnabrücker Land sind immer noch begeistert von der Kultur, der Lebensfreude, der Tradition und den lukullischen Genüssen des Gastlandes von Horses & Dreams. Es waren nicht nur die akrobatischen Darbietungen der Kreml-Reitschule, die die Besucher des Pferdesportfestivals zu Begeisterungsstürmen hinrissen. Es war die Freundlichkeit der russischen Gäste, die einen bleibenden Eindruck hinterließen.

„Wir möchten Horses & Dreams im nächsten Jahr in Moskau stattfinden lassen. Die Gespräche laufen schon", sagte Wladimir Belezkij. Für den russischen Springreiter war der Auftritt bei Horses & Dreams auch eine Art Lernprozess. „Wir haben uns hier viel abgeguckt", sagt der sympathische Pferdesportler, „wir haben viel gelernt".

Beletzkij musste auch singen: öffentlich, ein russisches Volkslied. „Ein Schlagerstar werde ich bestimmt nicht", lachte der lustige Russe. Sportlich lief es für den in Borgholzhausen reitenden Belezkij nicht so gut. „Ich hatte meistens nur einen Fehler, aber das war einer zu viel. Ich war immer ein bisschen nervös und abgelenkt durch die vielen Gespräche und Interviews." Insgesamt nahmen sieben russische Reiter an dem Pferdesportfestival mit Gästen aus 35 Nationen teil.

Russland, mit 17 Millionen Quadratkilometern der flächenmäßig größte Staat der Erde, ist für fünf Tage ins beschauliche Osnabrücker Land gezogen. „Es war ein Traum für uns, ein Teil von Horses & Dreams zu sein", sagte Andrej Pewizyn von der Kremlin Equestrian Riding School. Mit ihrer sagenhaften Akrobatik, den Auftritten mit Kosaken-Säbeln oder dem riskanten Element mit der Pyramide auf Pferden begeisterten die stolzen und mutigen Reiter mit ihrer waghalsigen Show insgesamt 67 000 Zuschauer. „Wir sind sehr stolz auf unsere Pferde, die aus russischer Zucht sind", unterstrich Boris Petrow, Direktor der Kreml-Reitschule, „auf die sorgfältige Ausbildung der Pferde legen wir allergrößten Wert."

Ulli Kasselmann, auf dessen Hof Horses & Dreams stattfindet, war voll des Lobes: „Man kann sich gar nicht sattsehen an diesen spektakulären Höchstleistungen. Sie zeigen ein Wunder der Harmonie und verdeutlichen das Vertrauen zwischen Mensch und Pferd. „So etwas hat Hagen noch nicht gesehen."

Charity – dieses Stichwort griffen die russischen Gäste und Turnierchef Kasselmann gerne auf. Das Rote Pferd wurde zugunsten der Aktion „Reiten gegen den Hunger" öffentlich versteigert. 22 000 Euro wurden für das leuchtend rote Kunststoffpferd geboten – Sergej Maslow verdoppelte den Betrag. Der Präsident der russischen Reiterlichen Vereinigung war stolz, einen Beitrag für den Kampf gegen den Hunger geleistet zu haben.

Auch die Kinder kamen auf ihre Kosten. Bei Kids & Dreams eröffneten selbstgebastelte Matrjoschkas und russische Märchen Einblicke in das Gastland. Einzelne Stationen des russischen Märchens waren real dargestellt und verteilten sich auf dem Gelände von Kids & Dreams. Eine besondere Aufgabe wurde Jekaterina Schestakowa zuteil. Das aus Russland stammende Mädchen, das in Perm geboren wurde und seit sechs Jahren in Deutschland lebt, durfte einige Siegerehrungen im Springstadion vornehmen. Sie wurde aus mehreren Bewerberinnen ausgewählt.

Beim Eröffnungsgottesdienst von Horses & Dreams kam eine Kollekte zusammen. In diesem Jahr wird sie der Hilfsaktion „Eine Kuh für Marx" zugutekommen, die notleidenden Familien in Russland eine Kuh finanziert. Die Sammlung brachte es auf 1209,29 Euro, das reicht für eineinhalb Kühe.

Horses & Dreams ist eine Veranstaltung, die einmalig ist auf der Welt. Sie verbindet Lifestyle-Ausstellungen mit Sport, hochkarätigem Pferdesport, sowohl im Springen, als auch in der Dressur. Olympiasieger, Weltmeister und Europameister starten in der Gemeinde Hagen bei Osnabrück auf dem Hof Kasselmann. Das Teilnehmerfeld kommt aus allen Teilen der Erde.

Im „russischen Dorf" wurden landestypische Produkte angeboten. Es ging um russische Küche, Kunst und Kultur. Um Schmuck, Lebensart, Tradition und auch Folklore. Und auch ein Wodka durfte nicht fehlen. Das ist gelebte Völkerverständigung. Auch viele russische Besucher ließen es sich nicht nehmen, vor allem am Sonntag bei "Horses & Dreams meets Russia" vorbeizuschauen. „Das Gastland Russland war ein Glücksfall für unser Reitsportfestival", bedankte sich Gastgeber Ulli Kasselmann bei seinen Gästen.

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