Lew Tolstoj geht online

Ein Digitalisierungsprojekt will das neunzigbändige Gesamtwerk Lew Tolstojs online verfügbar machen. Bild: Nikolaj Schijanow

Ein Digitalisierungsprojekt will das neunzigbändige Gesamtwerk Lew Tolstojs online verfügbar machen. Bild: Nikolaj Schijanow

„Der ganze Tolstoj auf einen Klick“: Das russische Pendant zum internationalen Projekt Gutenberg startet die Digitalisierung des neunzigbändigen Gesamtwerks des berühmten russischen Schriftstellers.

Ein Digitalisierungsprojekt will das

neunzigbändige Gesamtwerk

Lew Tolstojs online verfügbar machen.

Bild: Nikolaj Schijanow

Den Start des Projekts verkündeten das Staatliche Lew-Tolstoj-Museum und das Unternehmen ABBYY. Die neunzigbändige Ausgabe der Werke des Klassikers der Weltliteratur enthält nicht nur die berühmten literarischen Werke, sondern darüber hinaus auch Tagebuchaufzeichnungen, Briefe, literarische Aufsätze und religiös-philosophische Schriften – all das wird gegenwärtig in eine digitale Version umgewandelt. Nach Abschluss des Projektes wird jeder Text Tolstojs kostenlos und legal auf der Internetseite http://tolstoy.ru/ zur Verfügung stehen – sowohl zum Lesen als auch zum Herunterladen auf mobile Endgeräte.

Sämtliche Texte der Gesamtausgabe wurden bereits eingescannt, jetzt werden Freiwillige zur Arbeit hinzugezogen. Diese sollen die elektronische Fassung auf Fehler untersuchen. Freiwilliger kann jeder werden: Auf der Webseite des Projekts kann man sich registrieren und ein spezielles Programm herunterladen, woraufhin man einen zwanzigseitigen Textabschnitt zugeteilt bekommt. Die von den freiwilligen Helfern überarbeiteten Texte werden anschließend von professionellen Lektoren geprüft.

Die Idee, die Werke des berühmten Schriftstellers im Internet der Öffentlichkeit frei zugänglich zu machen, stammt von der Urenkelin des Schriftstellers, Fekla Tolstaja, die die Entwicklungsabteilung des Staatlichen Lew-Tolstoj-Museums leitet. „Als ich dieses Projekt mit Freunden diskutierte, sagten viele von ihnen, das sei eine ausgezeichnete Idee – jetzt müsse man nur aufpassen, dass sie niemand stiehlt. Aber unser Hauptziel

ist doch etwas völlig anderes: Ladet euch herunter, was immer ihr auch wollt, und lest es euch durch. Ich glaube Lew Nikolajewitsch hätte diese Idee gutgeheißen und die kostenlose Verbreitung seiner Werke im Internet unterstützt. Seine verlegerische Tätigkeit und sein Verzicht auf ein Honorar belegen das", sagte Tolstaja der Zeitung Wedemosti.

Das Organisationskomitee des Projekts „Der ganze Tolstoj auf einen Klick" teilte Russland HEUTE mit, dass das Publikum sehr aktiv reagiert habe: Gerade einmal fünf Stunden nach dem Launch des Projekts, der in den Nachrichten der Medienpartner angekündigt worden war, registrierten sich auf der Internetseite über einhundert Freiwillige und luden insgesamt mehr als fünf Bände zum Korrekturlesen herunter. Einen Tag später arbeiteten an den Texten Tolstojs bereits fast fünfhundert freiwillige Helfer.