Linoleum 2013: Reanimation der Animation

Das Thema dieses Jahres, „Re-Animation", hat für eine ausgesprochen große Resonanz gesorgt: Mit mehr als 130 Arbeiten aus 29 Ländern der Welt traf eine Rekordzahl an Bewerbungen ein. Foto: Pressebild

Das Thema dieses Jahres, „Re-Animation", hat für eine ausgesprochen große Resonanz gesorgt: Mit mehr als 130 Arbeiten aus 29 Ländern der Welt traf eine Rekordzahl an Bewerbungen ein. Foto: Pressebild

In der Moskauer Galerie an der Soljanka wurde das VIII. Internationale Festival der zeitgenössischen Animation und Medienkunst Linoleum 2013 eröffnet. Für die Besucher bietet sich eine ideale Gelegenheit, die besten Neuerscheinungen auf dem Gebiet der internationalen Animationskunst zu sehen.

Das Festival gibt es bereits seit fünf Jahren. Seinen Namen verdankt es dem Trickfilm „Lines: Horizontal" des kanadischen Experimentalfilmers Norman McLaren, der abstrakte, farbige Flächen und Figuren direkt auf den Film zeichnet – „Linoleum" bedeutet so viel wie „eine mit Öl(farbe) gemalte Linie".

Das Konzept Linoleum basiert auf einer Schau der besten Animationsfilme und anderer Medienformen (Ausstellungsprojekte, Multimediaperformances) aus der ganzen Welt. Der größte Teil der Arbeiten feiert hier seine Premiere, was an den Teilnahmebedingungen liegt: Ein Beitrag darf höchstens ein Jahr vor dem Festival fertiggestellt wurden sein. Das Programm umfasst sowohl Arbeiten von Studenten der größten Filmhochschulen der Welt als auch Werke bereits namhafter Meister. Die Anmeldungen kommen vor allem von Künstlern aus den anerkannten Trickfilm-Nationen: Japan, Deutschland, Frankreich, Großbritannien und den USA, aber auch aus Ländern, die normalerweise nicht mit Animationsfilmen in Verbindung gebracht werden, wie zum Beispiel Argentinien, dem Iran, Mexiko, Chile und Ecuador.

Seit es Linoleum gibt, wurde das Festival in den angesagtesten Kunst-Locations Moskaus veranstaltet. Seit 2011 war es zudem Gast in anderen Städten Russlands: in Sankt Petersburg, Sotschi, Nowosibirsk, Samara, Krasnojarsk und Surgut.

In der Jury des Linoleum 2013 sitzen der Trickfilm-Regisseur Michail Aldaschin, der Festivalgründer Michail Zarjew, der geschäftsführende Direktor des Moskauer Museums für zeitgenössische Kunst Wassilij Zereteli, die Künstlerin und Kuratorin Katja Botschawar, der Künstler und Direktor der Staatlichen Galerie an der Soljanka Fjodor Pawlow-Adrejewitsch und die Chefredakteurin der Zeitschrift Bolschoj Gorod („Großstadt") Xenia Tschudinowa.

Alljährlich steht das Linoleum unter einem bestimmten Motto, das von den Wettbewerbsteilnehmern mit deren Beiträgen konzeptualisiert und interpretiert werden muss. Das Thema dieses Jahres, „Re-Animation", hat für eine ausgesprochen große Resonanz gesorgt: Mit mehr als 130 Arbeiten aus 29 Ländern der Welt traf eine Rekordzahl an Bewerbungen ein. Es werden Trickfilme des Oscar-Anwärters Bastien Dubois (Frankreich) und der mehrfachen Gewinnerin internationaler Trickfilmwettbewerbe Kirsten Lepore (USA) sowie von Iwan Maximow (Russland) gezeigt.

Außerhalb des offiziellen Wettbewerbsprogramms werden die Preisträger der internationalen Trickfilmfestivals Betherefest und Cinanima vorgestellt. Als Schmankerl bekommen die Besucher zudem auch die Arbeiten zu sehen, die es in das Finale des Wettbewerbs „Petruschewskajas Trickfilme" geschafft haben, der dem Jubiläum der Klassiker in der zeitgenössischen russischen Literatur gewidmet ist. Dieser Wettbewerb wird von Ljudmila Petruschewskaja persönlich geleitet.

"Bear me" von Kasia Wilk. Foto: Pressebild

Es wird zudem eine Reihe an Vorlesungen gehalten: ein Vortrag von Dozenten der Animationsschule "Schar" („Kugel"), eine Vorführung und ein Vortrag unter dem Titel „Wybor Aldaschina" („Aldaschins Wahl"), eine Vorlesung der Gründerin und Leiterin des Großen Trickfilmfestivals, Dina Goders, sowie der Workshop „Wie wird man Trickfilmer in nur drei Tagen?".

„Wir führen das Linoleum bereits zum dritten Mal durch", berichtet die geschäftsführende Direktorin der Galerie an der Soljanka Alisa Bagdonajte. „In diesem Jahr können wir uns über eine Starauswahl an Trickfilmen von Gewinnern und Preisanwärtern angesehener Festivals sowie viele interessante Premieren freuen. Eine Besonderheit dieses Festivals ist das Format der interaktiven Ausstellung. Um es den Besuchern bequemer zu machen, haben wir diese spezielle Rubrik eingefügt. Die gesamte Ausstellungsfläche ist in thematische Bereiche unterteilt worden: Drama,

Romantik, Fan, Musik und 18+. Außerdem führen wir ausgedehnte Führungen und gesonderte Workshops für Kinder durch. Dort können die Kids ihren eigenen Trickfilm erstellen."

In die Vorauswahl schafften es auch sieben Arbeiten aus russischer Produktion. Russland gilt neben Deutschland, Frankreich, USA und Japan auch weiterhin als starker Player auf dem Gebiet der Animation. Die Arbeiten zeitgenössischer russischer Trickfilmer wie die von Alexander Petrow und Iwan Maximow belegen regelmäßig vordere Plätze in internationalen Wettbewerben.

Auch das visuelle Konzept, das „Corporate Design" des Festivals – die Gestaltung der Plakate, Booklets und sonstigen Promomaterials – wurde im Rahmen eines kleinen Wettbewerbs entwickelt. In diesem Jahr zeigt der Entwurf des Gewinners ein Nashorn, das durch farbige Streifen zerteilt ist. Dieses seltsame Tier, ein Symbol von Durchsetzungskraft, trägt ein Halsband und ein verschmitztes Trickfilm-Lächeln.

Das Festival läuft noch bis zum 8. September.

Alle Rechte vorbehalten. Rossijskaja Gaseta, Moskau, Russland