Ökologische Kunst – eine Frage der Ethik

Die Ausstellung „eCONSCIOUSNESS“ zeigt, was passiert, wenn Wissenschaft auf Kunst tritt. Foto: Pressebild

Die Ausstellung „eCONSCIOUSNESS“ zeigt, was passiert, wenn Wissenschaft auf Kunst tritt. Foto: Pressebild

Neue Arbeiten zeitgenössischer Künstler an der Schnittstelle von Wissenschaft und Kunst werden in Moskau in der Ausstellung „eCONSCIOUSNESS“ gezeigt. Ethische Grundsätze werden dabei durchaus in Frage gestellt.

Die „eCONSCIOUSNESS“, eine Ausstellung für ökologische Kunst, findet in Moskau vom 18. bis 22. September im Zentralen Haus der Künstler auf dem Krymskij Wal statt. Die Veranstaltung ist Teil des groß angelegten Programms „Science Art" der Lomonossow-Universität und des Zentralen Hauses der Künstler.

Die Kuratoren beabsichtigen nicht nur, die Aufmerksamkeit der Gesellschaft auf die Probleme des Umweltschutzes zu lenken und das ökologische Bewusstsein gegenüber Kunst weiter zu sensibilisieren, sondern auch neue Formen der Wechselwirkung der Lebewesen untereinander und mit der Umwelt entstehen zu lassen.

Biologische und biotechnologische Kunst demonstriert das Interesse der Künstler gegenüber innovativen Biotechnologien. Dabei kommen Lebewesen, Gewebe und Zellen zum Einsatz. Unter den Installationen begegnet man auch solchen, die auf den Grundlagen der modernen Wissenschaft konkrete Lösungsansätze für ökologische Probleme bieten.

 

Ethische Fragen spielen eine zentrale Rolle

Darf sich der Mensch dermaßen radikal in den Schöpfungsprozess einmischen? Oder sind diese Möglichkeiten lediglich ein weiterer Bestandteil der heutigen Gesellschaft? Diesen und anderen Fragen der

ethischen und ästhetischen Grenzen in der Kunst ist die internationale wissenschaftlich-praktische Konferenz „Die ästhetischen und ethischen Aspekte der Verwendung von Technologien der synthetischen Biologie in der zeitgenössischen Kunst" gewidmet. An dieser werden Philosophen, Kunstwissenschaftler, Vertreter der Naturwissenschaften sowie Künstler, die Technologien der synthetischen Biologie in ihrem Schaffen verwenden, teilnehmen.

Das Ausstellungs- und Forschungsprogramm wird von populärwissenschaftlichen Vorlesungen, Workshops, Runden Tischen sowie Treffen mit den Kuratoren, Künstlern und Wissenschaftlern ergänzt.

Die Ausstellung „eCONSCIOUSNESS“ ist die dritte Veranstaltung im Rahmen des internationalen Projekts „Science Art", das im Zentralen Haus der Künstler und der Staatlichen Moskauer Lomonossow-Universität umgesetzt wird. Als Mitorganisator der dritten Internationalen Ausstellung für wissenschaftliche Kunst tritt das Zentrum für die innovative Entwicklung Moskaus auf.

 

Auswahl der Redaktion:

„Die Goldene Taube" von Revital Cohen und Tuur Van Balen: In Zusammenarbeit mit dem Biochemiker James Chappell gelang es den britischen Künstlern, Bakterien zu züchten, die den Stoffwechsel von Tauben verändern können und deren Fäkalien in ein Reinigungsmittel umwandeln.

Von einer Kakerlake gesteuerter mobiler Roboter von Garnet Hertz: In den interaktiven Installationen des amerikanischen Künstlers steuert eine auf einem Tischtennisball stehende Madagaskar-Kakerlake ein motorisiertes Transportmittel.

 

Lebendiges Gemälde von Martha de Meneses: Die portugiesische Künstlerin verwendet Bakterien, die einen Farbstoff in eine durchsichtige Lösung verwandeln, um ihre Gemälde zu entfärben. In Moskau wird die Reproduktion eines Werkes Piet Mondriaans gezeigt, das mithilfe der Technologie angefertigt wurde. In Planung ist eine Reproduktion des Gemäldes ‚Schwarzes Quadrat' von Kasimir Malewitsch.

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