Die Romanow-Dynastie im Spiegel der Kunst

Das Staatliche Historische Museum in Moskau zeigt eine Ausstellung anlässlich des 400. Jahrestags der Regentschaft der Zarenfamilie Romanow. Foto: Ruslan Suchuschin

Das Staatliche Historische Museum in Moskau zeigt eine Ausstellung anlässlich des 400. Jahrestags der Regentschaft der Zarenfamilie Romanow. Foto: Ruslan Suchuschin

Im Staatlichen Historischen Museum wurde anlässlich des 400. Jahrestags der Regentschaft der Zarenfamilie die Ausstellung „Die Romanows. Porträt einer Dynastie" eröffnet. Die Exponate umfassen Werke von berühmten russischen Künstlern und der Zarenfamilie selbst.

Wie der Kurator der Ausstellung Jewgenij Lukjanow erzählt, sei die Hauptaufgabe der Exposition, zu zeigen, dass es neben beliebten Monarchen wie Peter dem Großen, Jekaterina der Großen und Nikolai II. am kaiserlichen Hof auch andere interessante Persönlichkeiten gab.

Unter ihnen sind talentierte Künstler wie zum Beispiel die Großfürstin Maria Fjodorowna, die Gattin Pawel I., die aus Stein und Glas Porträts ihrer Familie schnitzte – zu sehen in einer separaten Vitrine. Auch Großfürst Konstantin Konstantinowitsch, Schauspieler, Dichter und Übersetzer, ist auf der Ausstellung vertreten. Auf einer kolorierten Fotografie aus dem Jahr 1899 ist er als Hamlet dargestellt, den er mit Erlaubnis des Zaren im Theater der Eremitage spielte.

In der Zarenfamilie begegnet man außergewöhnlichen Persönlichkeiten. Auf einer Radierung eines westeuropäischen Künstlers ist beispielsweise Großfürstin Anna Pawlowna dargestellt. Das Bild zeigt sie an der Seite ihres Gatten, des Herzogs von Oranien. Nachdem sie holländische Königin geworden war, beeindruckte sie das niederländische Volk so sehr, dass zu ihren Ehren sogar eine Stadt nach ihr benannt wurde: Anna-Paulowna.

 

Die Geschichte der russischen Porträtmalerei

Die Ausstellung beleuchtet nicht nur historische Aspekte, sondern auch künstlerische. Chronologisch angeordnet erzählt sie die Geschichte der Porträtmalerei in Russland. Es werden frühe Parsunas, ikonengleiche Porträts der Zaren Michail Fjodorowitsch und Alexej Michailowitsch im Zeitraum zwischen 1670 und 1680 bis hin zu Fotografien vom Vorabend der Revolution ausgestellt. Unter den Künstlern finden sich namhafte Vertreter ihrer Zunft: Das Porträt Nikolai II. in Galauniform wurde von Ilja Repin gemalt, die Marmorbüste Alexandra Fjodorownas stammt von Mark Antokolskij.

Ebenso gibt es eine Radierung Iwan Kramskojs mit einer Darstellung des Zarewitschs Alexander Alexanderowitsch, des späteren Alexander III., zu sehen, die der Künstler nach einem eigenen Gemälde des zukünftigen Zaren schuf. Kramskoj nannte diese Drucke seine „Altersversicherung": Radierungen mit einer Darstellung des Monarchen hatten stets eine sehr große Auflage, waren äußert populär und brachten dem Künstler viel Geld ein.

Auf einem Aquarell des Malers Michail Sitschis ist ein Empfang im Winterpalais am 5. April 1866 dargestellt, der einen Tag nach dem

missglückten Attentat Dmitrij Karakosows stattfand. Der Anschlag war der Auftakt einer Terrorwelle in Russland. Auf der erhalten gebliebenen Zeichnung nimmt Alexander II. die Glückwünsche zu seiner sagenhaften Rettung entgegen.

Im nächsten Saal ist eine kleine Schwarz-Weiß-Fotografie zu sehen, auf der eben dieser Monarch seinen kleinen Sohn auf dem Arm hält. Vor seinen Füßen liegt Mylord, der Lieblingshund des Zaren. Er war seinem Herrn dermaßen ergeben, dass er, als der Zar 1867 nach Paris zur Weltausstellung fuhr, die Trennung nicht überwand und starb.

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