Fünf skurrile Denkmäler in Russland

Unter den Sehenswürdigkeiten russischer Städte finden sich auch skurrile Einfälle. Oftmals verbinden sich mit den Denkmälern Legenden, die einen zusätzlichen Reiz schaffen.

Denkmal für den Radiator

Foto: RIA Novosti

Die Bronze-Komposition – ein Fenster, eine Katze und ein Heizkörper – ist eine Art Flachrelief an der Wand eines Wärmekraftwerks in Samara. Zu diesem Kunstwerk inspirierten einheimische Katzen. Bewohner der Stadt schickten den Schöpfern des Denkmals auf deren Bitte hin Fotografien ihrer Lieblinge, die sich auf Heizkörpern räkelten. Als Prototyp des Heizkörpers dienten alte Radiatoren vom Beginn des 20. Jahrhunderts aus dem Gebäude des Kunstmuseums von Samara. Das Denkmal wurde anlässlich des 150. Jubiläums der Erfindung des Radiators am 19. Oktober 2005 enthüllt.

 

Denkmal für die Küchenreibe


Foto: Pressebild

Das Denkmal für die Küchenreibe befindet sich in Jekaterinburg. Mit 2,5 Metern Höhe und einem Gewicht von über 100 Kilogramm ist es nicht gerade klein gehalten. Einer Legende nach tauchte die riesige Metallreibe in der Nacht zum Tag des Scherzes am 1. April einfach im Stadtzentrum auf. Unbekannte hatten das Denkmal errichtet und mit der Inschrift versehen: „Der bequemste Ort für Diskussionen". Im Russischen gibt es den Ausdruck „eine Frage kleinraspeln" im Sinne von „eine strittige Situation klären". So wurde das Denkmal zu einer in Metall gegossenen Metapher.

 

Denkmal für Hausschuhe


Foto: Lori/Legion Media

Das Denkmal, das jedermann anprobieren kann, steht in Tomsk. Im Jahr 2006 erschien auf dem Dach des Hotels Tomsk das kleine Hausschuh-Denkmal. Es misst nicht mehr als 32 Zentimeter. „Fühlen Sie sich wie zu Hause", lautet seine Inschrift. Der Künstler Oleg Kislizki dachte lange darüber nach, welche Art Hausschuhe er genau verewigen sollte – mit Bommeln versehene, offene oder wollene. Schließlich entschloss er sich zu einer schlichten Kopie seiner eigenen Hausschuhe. Die bronzenen Pantoffeln sehen sehr abgetragen aus, aber dadurch wirkt das Denkmal umso realistischer.

 

Denkmal für den ersten Schemel Russlands

Foto: Lori/Legion Media

Das Denkmal für den ersten Schemel Russlands steht im Herrenhaus der Brüder Arschenewski im Moskauer Stadtteil Taganka. 1999 eröffnete dort das Möbel-Museum, im Jahr 2000 wurde hier eines der größten Denkmäler errichtet, das einem Gebrauchsgegenstand gewidmet ist.

 

 

 

 

 

 

 

Denkmal für die Tastatur


Foto: Lori/Legion Media

Das Betondenkmal für die Tastatur befindet sich, wie auch das Denkmal für die Küchenreibe, in Jekaterinburg. Seine Fläche beträgt 16 mal vier Meter, die Tasten wiegen jeweils etwa 80 Kilogramm. Die Tastatur symbolisiert die

Verständigung zwischen Europa und Asien – der Ural schließlich markiert die Grenze zwischen diesen Kontinenten.

Einer Legende zufolge erfüllen sich Wünsche, die von Buchstabe zu Buchstabe springend eingetippt werden. Allerdings gilt das nur, wenn man es danach noch bis zur „Eingabe"-Taste schafft. In schwierigen Lebenslagen wiederum muss man auf „Strg, Alt, Entf" springen, um das Leben neu zu starten. Viele, die nicht an solche Bräuche glauben, mögen das Denkmal trotzdem. Es eignet sich hervorragend als Objekt für Erinnerungsfotos.

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