Russische Künstler im Politikergewand

Der russische Ministerpräsident Dmitri Medwedjew interessiert sich für Fotografie. Foto: AP

Der russische Ministerpräsident Dmitri Medwedjew interessiert sich für Fotografie. Foto: AP

Ob Malerei oder Fotografie – Kunstwerke von russischen Spitzenpolitikern wie Wladimir Putin, Walentina Matwijenko oder Dmitri Medwedjew kommen gut an. Die Einnahmen werden für wohltätige Zwecke gespendet.

Drei russische Spitzenpolitiker sind begabte Künstler: Wladimir Putin und Walentina Matwijenko befassen sich mit Malerei und Dmitri Medwedew mit Fotografie.

 

Matwijenko erzielt regelmäßig hohe Erlöse

Walentina Matwijenko, Vorsitzende des russischen Föderationsrats und ehemalige Gouverneurin von Sankt Petersburg, ist die Nummer eins unter den russischen Politikerinnen und die renommierteste Künstlerin unter den Politikern.

Auf dem Sankt Petersburger Weihnachtsmarkt fand jahrelang die Kunstauktion „Asbuka" („Alphabet") statt. Sie war Bildern gewidmet, die von verschiedenen Buchstaben

des kyrillischen Alphabets inspiriert waren. Der Erlös wurde für wohltätige Zwecke gespendet.

Vorsitzende des russischen Föderationsrats Walentina Matwijenko befasst sich mit Malerei. Foto: ITAR-TASS

Matwijenko hatte 2007 begonnen, Ölbilder für diese Auktion zu malen, wie zum Beispiel „Nowogodnaja notsch" („Neujahrsnacht") für den Buchstaben „N" und „Metel" („Schneesturm") für den Buchstaben „M". Die Bilder kamen gut an: „Metel" wurde für 265 000 Euro verkauft und „Mramorny most" („Marmorbrücke") für 300 000 Euro. Experten bescheinigen der Gouverneurin, dass ihre Bilder unter dem Motto des Buchstaben „M" besonders gut gelungen seien und führen es darauf zurück, dass ihr Nachname mit dem gleichen Buchstaben beginne.

 

Bei aller Bescheidenheit: Putin


Das Gemälde von Wladimir Putin "Usor". Foto: Reuters

Sankt Petersburg ist der Geburtsort Wladimir Putins. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass er 2009 an derselben Auktion auf dem Weihnachtsmarkt teilnahm. Putin widmete sein Ölbild dem Buchstaben „U". Es heißt „Usor" („Eisblumen am Fenster") und kam für 850 000 Euro unter den Hammer. Gekauft wurde das Bild von der Galeristin der Moskauer Kunstgalerie „Unsere Künstler", Natalja Kurnikowa. Das Genrebild erinnert an ukrainische Volkskunst. Dargestellt ist ein Fenster mit Eisblumen und Vorhängen mit folkloristischem Muster.

Bei einem Aufenthalt in Kurgan, einer Stadt im Ural, ca. 2 000 Kilometer von Moskau entfernt, besuchte der Präsident die Schule Nummer 7. Dort demonstrierte er vor den versammelten Schülern sein zeichnerisches Talent: Er schnappte sich eine Kreide, zeichnete ein paar Linien auf die Tafel und erklärte dann: „Das ist eine Katze von hinten."

 

Das teuerste Kunstwerk stammt von Medwedjew

Foto aus dem persönlichen Archiv von Dmitri Medwedjew

Russlands ehemaliger Präsident und aktueller Ministerpräsident Dmitri Medwedew malt keine Bilder. Er interessiert sich für Fotografie. Er besitzt eine teure Fotoausrüstung und fotografiert auf allen offiziellen und inoffiziellen Reisen. Medwedjew hat einen Blog auf Instagram, wo er regelmäßig seine Arbeiten veröffentlicht. Eine davon, ein Foto von einem Hubschrauber, kam auf derselben weihnachtlichen Benefizauktion für die Rekordsumme von 1,2 Millionen Euro unter den Hammer.

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