Kein Geheimnis: Die Künstler der Zeremonien in Sotschi stehen fest

Der Dirigent Waleri Gergijew  hat seine künstlerische Teilnahme bei den Olympischen Winterspielen schon im September angekündigt. Foto: Getty Images/Fotobank

Der Dirigent Waleri Gergijew hat seine künstlerische Teilnahme bei den Olympischen Winterspielen schon im September angekündigt. Foto: Getty Images/Fotobank

Die Promigäste auf den vier wichtigsten Events der Olympischen Winterspiele in Sotschi stehen fest: der Bratschist Juri Baschmet, die Ballerina Uljana Lopatkina, der Dirigent Waleri Gergijew sowie der Pianist Denis Mazujew.

Das russische Kulturministerium hat eine Ausschreibung veröffentlicht, im Rahmen derer man sich dafür bewerben konnte, an den Eröffnungs- und Schlusszeremonien der Olympischen und Paralympischen Winterspiele in Sotschi teilzunehmen. An den Feiern sollen so auch 1 069 Künstler mitwirken, wobei unter ihnen vier Dirigenten, drei Sänger, sechs Balletttänzer, ein Pianist oder Violinist, ein Orchester, ein Chor, Zirkusartisten und andere Künstler sein werden. Und obwohl das Kulturministerium die Gewinner der Ausschreibung erst am 13. Dezember bekannt geben wollte, stehen die Teilnehmer aller Zeremonien schon lange fest: Die Persönlichkeiten, die eingeladen werden sollten, sind seit geraumer Zeit darüber informiert. Somit sind bei den Veranstaltungen auch keine Überraschungen zu erwarten.

Quellen zufolge sollen an der Organisation der Zeremonien die britischen Experten der Show „The Isles of Wonder", die ein Teil der Eröffnung der Olympischen Sommerspiele in London war, beteiligt sein. Obwohl die Teilnehmer der Zeremonien eine Geheimhaltungserklärung unterschrieben haben, konnte das Geheimnis um die an den vier Hauptereignissen der Spiele teilnehmenden Gäste dennoch für das Publikum gelüftet werden.

 

Ein Jugendchor wird auch auftreten

In erster Linie sollen zu den Stargästen der Bratschist und Dirigent Juri Baschmet und der Dirigent Waleri Gergiew gehören. Dazu sollen sich die beiden Maestri noch vor den Spielen auf dem Internationalen Winterfestival der Künste in Sotschi, das von Jurij Baschmet selbst geleitet wird, treffen.

So wird das Festival in Sotschi am Vorabend der Spiele eröffnet werden, wobei es dadurch zu einem Teil des Kulturprogramms der Spiele werden wird. Darüber hinaus wird im Zuge der Spiele der erste Russische Jugendchor, der unter der Leitung von Juri Baschmet steht, auftreten.

Der Auftritt Waleri Gergiews ist ebenfalls schon lange bekannt: Er hatte seine künstlerische Teilnahme bei den Olympischen Winterspielen praktisch bereits im September auf der Gremiumssitzung des von ihm geleiteten Russischen Chorverbands angekündigt. Damals war die Rede davon, dass ein Jugendchor unter seiner Leitung bei der Eröffnungszeremonie auftreten soll, wobei das Casting zu diesem vereinigten olympischen Jugendchor, bei dem mehr als 1 000 Sänger dabei sein werden, bereits im September in den einzelnen Regionen Russlands begonnen hatte.

 

Viele weitere Künstler werden dabei sein

Auch der Pianist Denis Mazujew wird an den kulturellen Darbietungen im Rahmen der Olympischen Winterspiele mitwirken: „Natürlich werde ich an den Olympischen Spielen teilnehmen, doch in welcher Form das sein wird,

möchte ich nicht verraten. Eines steht jedoch fest: Ich werde nicht nur einmal auftreten und außerdem auf der Tribüne mit unseren Spitzensportlern mitfiebern."

Edgard Sapaschny, Direktor des Großen Moskauer Staatszirkus' auf dem Wernadskij-Prospekt, ist sich ebenfalls sicher, dass bei den olympischen Zeremonien ausschließlich russische Artisten auftreten werden: „Über diese Tatsache freue ich mich riesig. Es hat mich nämlich ein wenig gestört, dass an der Internationalen Sommeruniversiade in Kasan der Cirque du Soleil teilgenommen hat. Wenn Russland eine Veranstaltung ausrichtet, dann sollte diese auch mit russischen Künstlern, Artisten und Mitarbeitern umgesetzt werden. Denn Russland darf sich in vielen Bereichen, vor allem was Zirkus und Ballett anbelangt, zu den weltweit führenden Nationen zählen", so Sapaschny.

Laut Angaben der Zeitung „Iswestija" werde sich unter den Balletttänzerinnen und -tänzern, die Russland bei Olympia vertreten werden, keine geringere befinden, als die Primaballerina des Mariinski Theaters Uljana Lopatkina, die bereits einen Auftritt bei den Olympischen Spielen in Vancouver hatte. Auch Natalija Neumann, die Managerin der Opernprimadonna Maria Guleghina, wollte keine Fragen zu einem Auftritt der Sängerin bei Zeremonien der Olympischen Spiele beantworten. Lediglich eines verriet die Managerin: Maria Guleghina werde natürlich an der Eröffnungszeremonie der Paralympischen Spiele teilnehmen, da sie ein Ehrenmitglied des Internationalen Paralympischen Komitees ist.

Das vom russischen Kulturministerium für alle vier Zeremonien eingeplante Budget umfasst mehr als 90 000 Euro, wobei hier offensichtlich die Gagen der Künstler noch nicht miteingerechnet sind. Denn die Starkünstler geizen nicht bei ihren Honoraren.

Die Eröffnungszeremonie der XXII. Olympischen Winterspiele findet am 7. Februar 2014 im olympischen Stadion „Fischt" in Sotschi statt, wobei den

Zuschauern eine Show der Superlative geboten werden soll: Es ist inzwischen bekannt, dass geplant wird, dem Publikum bei der Eröffnungszeremonie auf drei Bühnen Helden aus russischen Märchen, Szenen aus Nikolaj Gogols Roman „Die toten Seelen" sowie Peter den Großen mit seiner Schiffsflotte zu präsentieren. Aus der Zeit des imperialistischen Russlands sollen die Zuschauer dann in das 20. Jahrhundert versetzt werden – wo sich im Stadion 15 Gebäude auftürmen sowie sechs Lokomotiven, sechs Brücken und Skulpturen einfinden werden. Das feierliche Eröffnungsspektakel soll schließlich im Entzünden des Olympischen Feuers kulminieren. Die Schlusszeremonie der Spiele soll dann am 23. Februar gefeiert werden, wobei im Anschluss daran die Eröffnungs- und Endzeremonien der XI. Paralympischen Spiele am 7. beziehungsweise am 16. März 2014 stattfinden sollen.

 

Dieser Beitrag erschien zuerst bei Iswestija.

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