Russen trauern um Robin Williams

Der plötzliche Tod des US-Schauspielers Robin Williams löste in Russland eine hohe Anteilnahme aus. Seine Schauspielkunst hat die Menschen begeistert. Persönliche Verbindungen nach Russland hatte der Künstler aber nicht.

Foto: Kinopoisk

Die Nachricht über den Tod des amerikanischen Schauspielers Robin Williams löste im russischen Internet geradezu eine Flut an Anteilnahme und Trauer aus. Die sozialen Netzwerke füllten sich innerhalb weniger Stunden mit Fotos, Zitaten und Erinnerungen an die großen Rollen des Mimen. Warum der Tod des US-Stars den Russen so nahe geht, ist schwer zu sagen. Persönliche Verbindungen nach Russland hatte der Schauspieler nicht. Es müssen allein sein Können und sein Talent gewesen sein, die die Russen so nachhaltig beeindruckt haben.

RBTH hat Reaktionen bekannter russischer Künstler, Schriftsteller, Politiker und Journalisten zum Tod des Schriftstellers zusammengestellt.

 

Michail Schufutinski, Sänger, in einer Kolumne der Zeitung „Iswestija":

1984 war ich an den Dreharbeiten von Paul Mazurskys Film „Moskau in New York" beteiligt, in dem Robin Williams die Hauptrolle spielte. Wir hatten ein paar gemeinsame Drehtage und redeten viel miteinander. Er war ein sehr begabter, ungewöhnlicher und disziplinierter Mensch. Ich fragte mich die ganze Zeit, wie er es schafft, 12-16 Stunden am Tag so gute Arbeit zu leisten.

Meiner Meinung nach hat der Regisseur mit Robin Williams in der Hauptrolle eines russischen Musikers eine gute Entscheidung getroffen. Er ist genial in seine Rolle hineingewachsen. Zu dieser Zeit war das überhaupt bemerkenswert. Russen wurden gewöhnlich als Barbaren oder Monster dargestellt. Robin Williams dagegen spielte einen echten Dissidenten, einen Menschen und Musiker, der nach Amerika kam und dort ein neues Leben anfing, weil er liebte, was er in der Sowjetunion nicht lieben konnte – den Jazz.

 

Anton Dolin, Filmkritiker in einer Kolumne der Zeitschrift „Afischa":

Eine alberne Paradoxie: Der Selbstmord einer nicht nur berühmten Persönlichkeit, sondern eines Komikers oder Komödianten schockiert besonders. Als wenn die, die besser als andere lachen und andere Menschen belustigen können, immun gegen Leiden und Tod geschützt wären. Robin Williams beste Rollen waren übrigens die dramatischen. Und seine Karriere, von den Einzelheiten seines Privatlebens ganz zu schweigen, haben mehr mit einem Drama als mit einer Komödie gemein.

 

Nikita Belych, Politiker, Gouverneur des Gebietes Kirow via Twitter:

Robin Williams ist tot: Good Morning, Vietnam! Jumanji, König der Fischer und noch viele andere wunderbare Filme, die ich sehr gerne schaue. Ein großer Schauspieler.

 

Oleg Lekmanow, Professor an der Fakultät für Philologie, Higher School of Economics, Moskau, auf Facebook:

Der Schauspieler Robin Williams hat sich das Leben genommen. Eine schreckliche Nachricht. Er spielte in Filmen unterschiedlicher Qualität, aber darunter war zum Beispiel „Der Club der toten Dichter", der für mich und viele andere für immer eines der wichtigsten Kinoereignisse im Leben bleiben wird. Wie lustig ist seine Rolle in „Friends"? Und in dem genialen

Clip des genialen Bobby McFerrin „Don't Worry. Be Happy"? Wie traurig, dass die lebensfrohe Botschaft dieses Lieds ihn nicht aufhalten konnte.

 

Sergej Buntman, Moderator des Radiosenders "Echo Moskwy" auf Facebook:

Mein Gott! Robin Williams hat sich umgebracht? Wegen seiner Depressionen? Und wie vielen Menschen hat er über ihre Depression hinweggeholfen! Mit seinen Filmen und einfach im Leben. Es heißt, er habe den querschnittsgelähmten Christopher Reeve aufgemuntert und eine gewiefte Krankenschwester gespielt...
Jetzt haben seinen „König der Fischer", „Peter Pan", „200 Jahre Mann", die Träume irgendwohin geführt, vielleicht in den Club der toten Dichter?

 

Alexei Eksler, russischer Schriftsteller, Satiriker in seinem Blog:

Robin Williams war ein guter Schauspieler. Es tut mir Leid um ihn. Seine beste Rolle spielte er meiner Meinung nach in „The Birdcage – ein Paradies für schrille Vögel". Aber das ist nur meine persönliche Meinung, er spielte eine Menge anderer hervorragender Rollen.

 

Der Blogger Stanislaw Sadalski in seinem Blog:

Aus dieser Generation der Hollywoodstars wird es solche Persönlichkeiten nicht mehr geben. Ehre seinem Andenken: Good Morning, Vietnam!

 

Alexej Nawalny, Politiker, Gründer der Stiftung gegen Korruption via Twitter:

Er war einfach großartig!

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