Faszination Bernstein: Schmuckkunst in ungewöhnlicher Kombination

Russische Designer kombinieren den Klassiker mit modernen Schmuckelementen.

Russische Designer kombinieren den Klassiker mit modernen Schmuckelementen.

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Russian Amber ist ein Zusammenschluss junger russischer Designer, Künstler und Fotografen, die mit Bernstein arbeiten. Sie wollen dem Stein wieder zu seiner früheren Popularität verhelfen. RBTH stellt fünf Designer-Werkstätten vor, die aus dem Sonnenstein moderne Schmuckkunst in ungewöhnlichen Kombinationen entstehen lassen.

Mineral Weather: Alexander Olchowski und Anna Pawlowa

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Das Duo Alexander Olchowski und Anna Pawlowa verbindet natürliche Minerale, Gegenstände mit Patina und animalische Sujets. Der Stein wird so natürlich wie möglich belassen, auch seine Formen bleiben unverändert. Ideen für ihren Schmuck sammeln die Designer auf Flohmärkten, manchmal bauen sie antike Elemente in ihre Arbeiten ein. Um die natürliche Schönheit des Bernsteins zur Geltung zu bringen, verbinden die Künstler unterschiedliche Farbnuancen des Steins – von hell-honigfarben bis dunkelbraun – und ergänzen ihn gelegentlich durch andere Minerale. Die Designer selbst haben eine besondere Vorliebe für die Kombination von Bernstein und natürlichem Amethyst. Ihre Einzelstücke verkaufen sie in Showrooms in Moskau und Sankt Petersburg, 2014 stellten sie auf der internationalen Messe Salon Bijorhca in Paris aus.

Kao Lin: Alexandra Petrowa und Nikifor Ignatenko

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Kao Lin – hinter diesem Namen verbergen sich die Bildhauerin und Keramikerin Alexandra Petrowa und der Holzkünstler Nikifor Ignatenko. Der Bernstein aus dem russischen Gebiet Kaliningrad hat sie in seinen Bann gezogen. In ihrer künstlerischen Arbeit setzen sie sich intensiv mit dem Stein auseinander. Zusammen kreieren sie Schmuck aus recht ungewöhnlichen Materialien wie Porzellan und wertvollen Holzarten (Traubeneiche oder Wacholder). „Bernstein ist aus Holz entstanden und sollte dorthin zurück“, ist ihr Credo.

Feminatura: Katja Artjemewa

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Die 2014 von der Drehbuchautorin und Sammlerin Katja Artjemewa eingeführte Marke steht für Öko-Schmuck aus natürlichen Steinen und hypoallergenen Mischmetallen, eine Verbindung organischer Stoffe mit geometrischen Formen. Inspirieren ließ sich die Designerin von den meistgeliebten Frauenfiguren in ihrem Leben – ihrer Mutter und ihrer Großmutter. Von ihnen übernahm sie die zärtliche Beziehung zu allem, was die Natur hervorbringt, unter anderem Bernstein. „Bernstein ist ein erstaunlich vielfältiges und segensreiches Material – es bietet dem kreativen Schaffen einen weiten Raum, er lässt sich organisch in jedes Metall und in jeden Stil einfügen. Es kommt nur darauf an, ihn richtig zu bearbeiten“, schwärmt Artjemewa.

Oks Box: Oxana Weselkowa, Viktoria Katschurowska und Alexandra Bronnikowa

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Hinter der Marke Oks Box stecken die drei Architektinnen Oxana Weselkowa, Viktoria Katschurowska und Alexandra Bronnikowa, die auf die Idee kamen, sich zusammenzuschließen und einen idealen Stil nicht nur für große Räume zu entwerfen. In ihren Arbeiten versuchen die jungen Frauen zu zeigen, dass klare architektonische Proportionen und massive Dekorelemente auch im Design kleiner Formen eine interessante Bedeutung haben können. Über ihre letzte Bernstein-Kollektion sagen die Designerinnen, die Eigenschaften dieses Steins verliehen metallischen Konstruktionen Leichtigkeit und Weiblichkeit.

Lisa Schizkaja  

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Labelgründerin Lisa Schizkaja ist von Haus aus Designerin für Schuhe und Accessoires. Später besuchte sie Goldschmiede-Kurse, um das Arbeiten mit Silber zu erlernen. „Eines Tages kam in mir der Wunsch auf, Schmuck herzustellen, der Funke sprang schnell über, es gab kein Zurück mehr für mich“, erinnert sich die Künstlerin. Jedes ihrer Schmuckstücke ist einzigartig – sie zeichnet keine Skizzen, sondern improvisiert bei der Bearbeitung des Materials. Sie kombiniert dabei Bernstein mutig mit andersfarbigen Steinen – etwa mit rosa und grünem Turmalin, so, dass der Stein „neu klingt“. In ihren Arbeiten verwendet sie nicht facettierte und unbearbeitete Steine. Bei der Zusammenarbeit mit Russian Amber habe sie erkannt, dass Bernstein nicht mit Omaschmuck gleichzusetzen sei, sondern dass daraus auch etwas vollkommen Neues und Modernes entstehen könne, sagt die Designerin.

Feinschliff für russische Edelsteine: Branche bald wieder Weltspitze?

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