Kulinarische Highlights entlang der Transsib-Trasse

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Atemberaubende Landschaften, malerische Städte und schier endlose Wälder – das ist jedoch nicht das Einzige, was die Transsibirische Eisenbahn zu bieten hat. Entlang der Trasse gibt es kulinarische Schätze zu entdecken. Gutes Essen muss dabei nicht teuer sein, wie unsere sechs Empfehlungen zeigen.

Perm: Der unaufdringliche Charme der Posikuntschiki

„Was sind Posikuntschiki?“ Diese Frage stellen sich wohl viele, die noch nicht im 1 154 Kilometer von Moskau entfernten Perm waren. Das ist auch nicht weiter erstaunlich, denn die kleine Köstlichkeit findet man ausschließlich in der Region Perm und im Nordwesten der Oblast Swerdlowsk, dort jedoch überall. Posikuntschiki sind eine traditionelle Speise im Ural und lassen sich als kleine frittierte Teigtaschen, die mit Hackfleisch und Zwiebel gefüllt sind, beschreiben. Sie werden oftmals auch als kleine Version der Tschebureki bezeichnet, ebenfalls mit Fleisch gefüllte frittierte Teigtaschen.

Foto: Lori / LegionMedia

Liebhaber der italienischen Küche werden eine erstaunliche Ähnlichkeit mit Panzerottini oder Mini-Calzone bemerken, die mit Tomaten und Mozzarella oder Fleisch gefüllt sind und vor allem in Apulien gerne gegessen werden. Auch der italienische Snack wird wie Posikuntschiki traditionell mit den Händen gegessen. Wer die Köstlichkeit probieren möchte, findet die Posikuntschiki in Perm an fast jeder Ecke. Die besten Teigtaschen gibt es jedoch in dem kleinen Restaurant Postojaly Dwor in dem schönen Städtchen Chochlowka, das etwa 45 Kilometer nördlich von Perm liegt. Ein Besuch des Restaurants lässt sich ideal mit einem Ausflug ins dortige Museum für Architektur und Ethnografie verbinden.

Jekaterinburg und Irkutsk: Fleischlos genießen

Vegetarier haben es in Russland nicht leicht, doch langsam wird auch dieser Lebensstil hierzulande immer populärer. So auch in Jekaterinburg, der größten Stadt am Ural, 1 417 Kilometer von Moskau entfernt: Wer nach einem vegetarischen Lokal sucht, sollte sich in die belebte Fußgängerzone Uliza Wainera begeben und dort das Café Rada besuchen. Es befindet sich im ersten Stock des Einkaufszentrums Krasnij Leopard. Dort wird eine Vielzahl an vegetarischen Speisen aus aller Welt serviert – vom georgischen Lobio über die arabische Falafel bis hin zum persischen Pilaw mit Gemüse.

Foto: Ekaterina Prodanova

Irkutsk, das „Paris Sibiriens“, 4 202 Kilometer von Moskau entfernt, bietet beeindruckende barocke Kirchen sowie eine schillernde Architektur und ist daher Pflichtprogramm auf jeder Reise durch Sibirien. Wer eine kurze Pause auf seinem Spaziergang durch die Stadt braucht, sollte unbedingt im vegetarischen Café Gowinda vorbeischauen. Es ist zwar klein, aber dafür das erste vegetarische Café der Stadt. Neben einer entspannten Atmosphäre wird eine übersichtliche, sehr erlesene, Speisekarte geboten. Empfehlenswert sind vor allem das vegetarische Gulasch und die Desserts, die nicht nur eine Gaumenfreude sind, sondern auch ein wahrer Augenschmaus.

Rund um den Baikalsee: Der Geschmack der Steppe

Einmal am Baikalsee angekommen, entdeckt man sie überall: Posy. In Burjatien werden diese gekochten Teigtaschen auch als Buusa und in der Mongolei als Buus bezeichnet und stellen ein traditionelles Hauptgericht in den beiden Küchen dar. In Burjatien werden ihnen sogar ganze Feste gewidmet.

Foto: Lori / LegionMedia

Posy ähneln namentlich den chinesischen Teigtaschen Bao-dzi, erinnern jedoch eher an georgische Chinkali und tatarische sowie zentralasiatische Manty. Bei deren Zubereitung wird zunächst gehacktes Rind- oder Schafsfleisch mit Kräutern, Knoblauch oder Zwiebel gewürzt und dann so in Teig eingewickelt, dass an der Oberseite eine kleine Öffnung bleibt. Ebenso wie Chinkali werden Posy mit den Händen gegessen, wobei nach dem ersten Bissen der Saft, der sich in der Tasche gebildet hat, getrunken wird.

Wer eine Reise auf die im Baikalsee gelegene Insel Olchon, die 4 335 Kilometer von Moskau entfernt liegt, plant, sollte im Hauptort der Insel Chuschir unbedingt das Café Jurta in der Straße Uliza Puschkina besuchen. Wie der Name bereits verrät, befindet sich das kleine Café in einer Jurte aus Holz. Man darf sich nur nicht durch die bescheidene Fassade beirren lassen. Dieses Café ist eines der besten der Stadt und bietet seinen Besuchern köstliche Posy. Nach einem leckeren Essen im Café Jurta sollte man sich den besten Cappuccino östlich des Urals nicht entgehen lassen. Diesen findet man auf der gegenüberliegenden Straßenseite in Chuschirs Art-Café, einem Holzhaus mit einem auf die Fassade gemalten Bild eines alten Mannes mit Bart. Besonders einladend ist hier die Terrasse im ersten Stock, auf der man bei sanfter Musik im Hintergrund seinen Kaffee im Freien genießen kann.

Wladiwostok und die Küche der Karatschaj

Foto: Lori / LegionMedia

Ob man seine Reise nun in Wladiwostok, ganze 6 416 Kilometer von Moskau entfernt, beginnt oder beendet: Man sollte auf jeden Fall einen Abstecher zum Tokarewskij-Leuchtturm machen, der am Ende der Peter-der-Große-Bucht liegt. Auf dem Weg zum Leuchtturm befindet sich das auf die Küche der Karatschaj spezialisierte Restaurant Gorjanka. Diese Küche mag zwar nicht so bekannt sein wie die georgische oder armenische (alle drei haben Schaschlik, Kebab und pikante Fleischsuppen gemeinsam), doch auch sie hat ihre Köstlichkeiten. So zum Beispiel Hytschiny: große, runde Fladen, die den georgischen Chatschapuri ähneln. Diese können entweder mit Fleisch und Kräutern oder mit Kartoffeln und Käse gefüllt sein. Zudem macht die Speise sehr schnell satt. Im Restaurant Gorjanka sind alle Hytschiny zu empfehlen, ebenso wie die Fleisch- und Gemüsesuppen. Wer einen Besuch des Restaurants plant, sollte wissen, dass hier oft viel los ist. Doch das lebendige Ambiente auf der Sonnenterrasse und die köstlichen Gerichte sind das Warten wert.

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