Das Dreifaltigkeitskloster von Sergijew Possad

Bilder von Sergijew Possad, einer kleinen Stadt im Moskauer Gebiet, illustrieren unterschiedlichste Kapitel der russischen Geschichte.

Das Tartarenjoch, Andrej Rubljow und Dmitri Donskoj, das Duell zwischen Pereswet und Tschelubej, Minin und Poscharski, Peter I. und Sawwa Mamontow – alle diese illustren Persönlichkeiten und Ereignisse machen die Aura von Sergijew Possad aus.

Hauptanziehungspunkt der Stadt ist zweifellos das berühmte Dreifaltigkeitskloster. Seine ereignisreiche Geschichte begann in der Mitte des 14. Jahrhunderts. Die Gründung des Klosters verbindet sich mit dem jungen Bartholomäus, der sich nach dem Tod seiner Eltern in eine einfache Zelle

zurückzog. Später sollte er als Ordensmann den Namen Sergius annehmen und Armutsgelübde und Fleiß fordern. Das Kloster wurde allmählich größer und zog Anhänger und Pilger aus ganz Russland an. Hundert Jahre später entstand an Stelle der Holzkapelle die Hauptkirche – die Dreifaltigkeitskathedrale. Beim Bau des Klosters halfen serbische Mönche aus dem Kosowo, die nach der Schlacht auf dem Amselfeld Zuflucht suchten. Erst später wurde es Dreifaltigkeitskloster von Sergijew Possad genannt.

Die bedeutendste Ikonostase des Klosters schufen die berühmten russischen Ikonenmaler Andrej Rubljow und Daniil Tschjornyj. Extra für diese Ikonostase malte Rubljow die „Ikone der Heiligen Dreifaltigkeit“, die zu den Höhepunkten der russischen Malerei zählt. Insgesamt umfasst die Klosteranlage über 50 Gebäude verschiedener Bestimmung, die von den Meistern des 15.-16. Jahrhunderts entworfen und ausgestaltet wurden. Seit 1993 gehört das architektonische Ensemble des Dreifaltigkeitsklosters zum UNESCO-Welterbe.

Das Dreifaltigkeitskloster aber ist nicht der einzige Grund, der einen Besuch von Sergijew Possad lohnenswert macht. Die an den Ufern des Flusses Kontschura gelegene Stadt mit ihrem vielen Grün beherbergt eine Menge alter Gebäude, die Zeit scheint hier stehen geblieben zu sein. Die Possads, die Stadtbezirke, entstanden spontan im Umfeld des Klosters. Sie wurden nicht in die Stadt integriert. Die Bezirke haben ihre charmanten alten Namen bewahrt wie Skobianoj Posselok (Kleinwaren-Kolonie), Krestkanskaja Sloboda (Bauerndorf) oder Ptizegrad (Geflügelstadt).

Gönnen Sie sich einen Blick auf die Stadt von oben! Vielleicht erahnen Sie an einer bestimmten Stelle ein heldenhaftes, unglaubliches historisches Ereignis ….

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